Islamische Seelsorge in Essen

Seelsorge ist ein aus christlicher Sicht entstandenes Konzept der Nächstenliebe und Fürsorge zur persönlichen und geistlichen Begleitung von Menschen in besonderen Lebenslagen.

Seelsorgerinnen und Seelsorger sind meist Geistliche der jeweiligen Konfession oder eigens für Seelsorge Ausgebildete. Im Vordergrund der Seelsorge steht das persönliche Gespräch.

Maßgebliche Grundlage der Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen ist das Grundrecht der Freiheit des Glaubens, des Gewissens und der Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses (Art. 4 GG). Die Verfassung garantiert den Religionsgemeinschaften ein Zutrittsrecht zu staatlichen Einrichtungen, sofern bei der Bundeswehr, in Krankenhäusern, Strafanstalten oder sonstigen öffentlichen Einrichtungen ein Bedürfnis nach Gottesdienst und Seelsorge besteht.

Seelsorgerische Tätigkeiten umfassen viele Aspekte, u.a.

Krankenhausseelsorge
Notfallseelsorge
Gefängnisseelsorge
Telefonseelsorge
Militärseelsorge

Für Muslime ist eine derart institutionalisierte Seelsorge bislang weitgehend unbekannt. Rückhalt in Krisenzeiten bieten Familienangehörige oder auch ein Imam, als Ansprechpartner für seine Gemeindemitglieder und Moscheebesucher. Erst in jüngerer Zeit rückt „muslimische Seelsorge“ in den Blick von Institutionen, islamischen Gemeinden und Interessenvertretungen. Die Nachfrage an Pflegeangeboten für Muslime ist steigend.

Das Projekt „Islamische Seelsorge auf dem Universitätsklinikum Essen“ wird unter der Führung des Vereins medical muslim bridge e.V., in Kooperation mit der Kommission Islam und Moscheen in Essen e.V. (KIM-E), der Stadt Essen und der Interkulturellen Hospiz-Arbeit der Uniklinik Essen durchgeführt. Zudem steht das Projekt in engem Kontakt zu den katholischen und evangelischen Seelsorgern am Uniklinikum Essen.

Von der Islamischen Seelsorge werden insbesondere folgende Bereiche umfasst:

Begleitung von Patienten

muslimischen Glaubens und ihrer Angehörigen bei schwierigen Lebenssituationen. Ziel ist, die Patienten und ihre Angehörigen seelisch zu stärken und ihnen Beistand zu leisten.

Vermittlung geeigneter Hilfen

durch qualifizierte und zertifizierte Seelsorger*innen und Imamen aus Essen. Die Unterstützung durch Gespräche und wenn gewünscht auch durch gemeinsame Gebete sind eine Selbstverständlichkeit.

Bildung eines Netzwerkes

durch Austausch von muslimischen Seelsorger*innen in Essen. Supervisionen und Evaluierungstreffen dienen ebenfalls zur Stärkung des Netzwerkes.

Das Projekt wird von zertifizierten Seelsorger*innen und Imamen aus den Moscheegemeinden in Essen unterstützt.

Das Projekt „Islamische Seelsorge in Essen“ arbeitet uneigennützig sowie nicht kommerziell und befindet sich momentan in der Planungsphase auf dem Universitätsklinikum Essen. Bei konkreter Nachfrage und akuten Fällen ist der Kontakt jederzeit möglich.

Eine Ausbildung von neuen muslimischen Seelsorgern ist zurzeit ebenfalls in Planung.

Das Projekt Islamische Seelsorge wird durch die Stadt Essen (Kommunales Integrationszentrum Essen) und durch das Goethe-Institut finanziell unterstützt.

Aktuelle Nachrichten aus dem Projekt “Islamische Seelsorge auf dem Universitätsklinikum Essen” können Sie hier abrufen.

Kontakt

Hiba Hadry, Projektkoordination
Telefon: 0201/5579341
E-Mail: seelsorge@islam-in-essen.de