Erfolgreiche Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Dialog mit dem Islam“

Fast 40 Gäste kamen am Donnerstagabend des 28.10.2021 zur Veranstaltung „Dialog mit dem Islam“ in den großen Saal der Essener VHS. Der normalerweise für über 200 Personen bestuhlte Saal war damit im Hinblick auf den Hygieneschutz gut gefüllt und die Resonanz übertraf angesichts des herrlichen Herbstwetters und stark steigender Inzidenzen die Erwartungen der Veranstalter. Die Veranstaltungsreihe wurde auf Initiative der KIM-E (Kommission Islam und Moscheen in Essen e.V.) und der Stadt Essen ins Leben gerufen. Sie umfasst nicht nur Vorträge und Diskussionen, sondern auch verschiedene Exkursionen und Sprachunterricht für spezielle Zielgruppen. Für die Stadt Essen engagieren sich die Volkshochschule (VHS) und das Kommunale Integrationszentrum – abgekürzt KI.

Nachdem mehrere geplante Aktivitäten im bald ablaufenden Jahr aufgrund von Corona abgesagt werden mussten, zeigte sich der Gastgeber und Direktor der VHS Essen, Michael Imberg, in seinem Grußwort sehr erfreut, dass diese Veranstaltung nun unter dem Titel „Staat und Religion in Deutschland – positive und negative Aspekte der Religionsfreiheit“ stattfinden konnte.

Der Vorsitzende der KIM-E, Muhammet Balaban, stellte in seinem anschließenden Grußwort die Aktivitäten der Plattform „Dialog mit dem Islam“ vor, die im Hinblick auf ihr umfassendes Programm, die beteiligten Partner und Akteure wie auch den breiten Konsens auf dem sie beruht, ihresgleichen sucht. Er verwies auch auf die verschiedenen Begegnungen und auf das teils lange währende ehrenamtliche Engagement mit dem Referenten des Abends, Azzadine Karioh. Vielen Anwesenden war Rechtsanwalt Azzadine Karioh, der als Fachanwalt für Strafrecht seit 2006 in eigener Kanzlei tätig ist, als ein wesentlicher Ideengeber für das Arche-Noah-Fest in Essen bekannt. Er war zudem lange Jahre Vorstandsmitglied des Essener Verbundes der Immigrantenvereine e.V., Vorstandsmitglied und Pressesprecher der Kommission Islam und Moscheen in Essen e.V., Gründungsmitglied des Initiativkreises Religionen in Essen (IRE) und (Mit-)Initiator der „Jüdisch-Islamischen Begegnung in Essen“.

Sein Impulsvortrag zum Thema drehte sich kurz um die rechtlichen Grundlagen, welche die Religionsfreiheit in NRW, Deutschland und der Welt begrenzen. Ebenso erklärte er die Aspekte der positiven und negativen Religionsfreiheit. Die von ihm abschließend präsentierten Statistiken der Bertelsmann Stiftung aus dem regelmäßig veröffentlichen Religionsmonitor für Deutschland regten zu einer intensiven Diskussion an, die vom VHS-Koordinator der Vortragsreihe, Andreas Crüsemann, engagiert moderiert wurde.

Die Teilnehmenden zeigten sich über 1,5 Stunden sehr diskussionsfreudig und verdeutlichten den Veranstaltern, dass dieses Dialogformat weiterhin mit einem kurzen Impulsvortrag zu Beginn möglichst viel Raum für eine ausführliche Diskussion bieten sollte. Besonders positiv bewertet wurde von den Teilnehmenden die sehr praxisnahe Detailkenntnis des Referenten zur juristischen Bewertung respektive Gerichtsurteilen zu Themen, welche die Gesellschaft immer wieder öffentlichkeitswirksam bewegen, so z.B. das Kopftuchverbot, der Muezzinruf, die Schlachtrituale oder das Friedhofs- bzw. Beerdigungsrecht. Viele Fragen und Diskussionspunkte zu diesem Thema blieben noch offen, wie in den Diskussionen im Anschluss an einzelnen Tischen im Foyer deutlich wurde. Bei einem kleinen Imbiss und Getränken, die das deinKult Café aus dem KD 11/13 erneut sehr schmackhaft und natürlich „halal“ vorbereitet hatte, wurde die Veranstaltung als gelungen und ihre regelmäßige Fortführung als wichtig bewertet.

In Erinnerung bleibt ein fast dreistündiger und doch kurzweiliger Abend, bei dem die persönliche Begegnung und der direkte Dialog im Vordergrund standen. Die Räumlichkeiten der VHS boten im Hinblick auf den gebotenen Abstand und den Hygieneschutz den perfekten Rahmen für eine offene und erfrischende Diskussion. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein solches Veranstaltungsformat die direkte Begegnung benötigt, und das Ergebnis im Rahmen einer Online-Konferenz trotz vielleicht einer noch größeren Zahl von Teilnehmern bei weitem nicht so vielfältig und positiv gewesen wäre.

Essen, den 30.10.2020 – Andreas R. Crüsemann / Fotos: KIM-E