Erfolgreicher Start der Veranstaltungsreihe „Dialog mit dem Islam“

Genau 40 Gäste kamen am 9.10.2020 zur Veranstaltung „Dialog mit dem Islam“ in den großen Saal der Essener VHS. Der normalerweise für über 200 Personen bestuhlte Saal war damit im Hinblick auf den Hygieneschutz gut gefüllt und die Resonanz übertraf die Erwartungen der Veranstalter. Die Veranstaltungsreihe wurde auf Initiative vom KIM-E (Kommission Islam und Moscheen in Essen e.V.) und der Stadt Essen ins Leben gerufen. Sie umfasst nicht nur Vorträge und Diskussionen, sondern auch verschiedene Exkursionen und Sprachunterricht für spezielle Zielgruppen. Für die Stadt Essen engagieren sich die Volkshochschule (VHS) und das Kommunale Integrationszentrum – abgekürzt KI.


Im Bewusstsein, dass Dialog zuvörderst über eine gemeinsame Sprache erfolgreich sein kann, fand die erste öffentliche Veranstaltung in der VHS Essen unter dem Titel „Man lernt nie aus- Bildung für ein ganzes Leben“ statt. Unter der Moderation von Andreas Crüsemann – selbst Dozent für Deutsch als Fremdsprache an der VHS – stellte die stellv. Direktorin der VHS, Heike Reintanz-Vanselow, zunächst das umfangreiche Bildungsangebot der VHS mit 1.000 Kursen und 150 Veranstaltungen vor. Sie verwies auf das Weiterbildungsgesetz NRW, das ein Recht auf Bildung für Erwachsene verbrieft.

Der Vorsitzende von KIM-E, Muhammet Balaban, stellte in seinem anschließenden Grußwort die Genese der Plattform „Dialog mit dem Islam“ dar, die im Hinblick auf ihr umfassendes Programm, die beteiligten Partner und Akteure wie auch den breiten Konsens auf dem sie beruht, ihresgleichen sucht.
Der Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Prof. Dr. Haci Halil Uslucan, seines Zeichens wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Migrationsforschung, sowie Professor für moderne Türkeistudien an der Universität Duisburg Essen. Seine Ausführungen zum Thema „Bildung und Zuwanderung: Bildungserfolge sehen – Bildungserfolge fördern“ regten zur Diskussion an und warfen auch zahlreiche Fragen auf, die in der folgenden Pause im kleinen Kreis weiter diskutiert wurden.

Der Vortrag von Prof. Uslucan war auch eine gute Inspiration für die beiden Workshops. Der erste Workshop befasste sich mit dem Thema „VHS und Bildung für Frauen“. Im zweiten Workshop mit dem Thema „Themen und Perspektiven“ wurde über das kommende Programm gesprochen. Neue Ideen und Themenschwerpunkte standen hier im Vordergrund. Die Workshops waren geprägt von einer lebhaften Diskussion und einem kreativen Geist.
In Erinnerung bleibt ein über dreistündiger und doch kurzweiliger Abend, bei dem die persönliche Begegnung und der direkte Dialog im Vordergrund standen. Die Räumlichkeiten der VHS boten im Hinblick auf den gebotenen Abstand und den Hygieneschutz den perfekten Rahmen für eine offene und erfrischende Diskussion. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein solches Veranstaltungsformat die direkte Begegnung benötigt, und das Ergebnis im Rahmen einer Online-Konferenz trotz vielleicht einer noch größeren Zahl von Teilnehmern bei weitem nicht so vielfältig und positiv gewesen wäre. Die Veranstalter nahmen eine Menge Ideen und Impulse mit und waren sich einig, dass der Start der Veranstaltungsreihe „Dialog mit dem Islam“, der unter anderem mindestens vier derartige Veranstaltungen pro Jahr vorsieht, geglückt ist.

Essen, den 13.10.2020 – Andreas R. Crüsemann

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