Freitags-Predigt vom 04.01.2019

Teilen ist schön

Meine verehrten Geschwister!

Teilen ist ein Wert, der von allen Religionen und Kulturen gut- und schöngeheißen wird. Auch in unserer erhabenen Religion wird das Teilen unter den wichtigsten Eigenschaften des Gläubigen gezählt.

Denken Sie! Als es im ganzen Universum anfänglich nur Allah gab, hat Er uns von Seinem Geist eingehaucht und uns Leben geschenkt… Unser geliebter Prophet (s) erwiderte auf die Aufforderung Allahs: “Wünsche Dir, was du magst. Alles was du dir wünschst, wird dir gegeben”, damit, dass er sich folgendes wünschte: “Meine Gemeinschaft (Umma)”, und teilte somit seine Gefühle der Zuneigung und Barmherzigkeit, die er gegenüber seiner Gemeinschaft hegte…

Als die mekkanischen Muslime nach Medina auswanderten, wurden sie mit den vorbildhaften Beispielen des Teilens durch die hilfsbereite medinensische Bevölkerung empfangen, die sagten: “Das ist mein Haus, die Hälfte gehört dir; Hier sind meine Herden, die Hälfte von ihnen gehört auch dir.”

Die Mütter und Väter sind die größten Helden des Teilens… Sind sie es nicht diejenigen, die ihre Happen teilen und uns dieses lehren indem sie auf ihren Anteil verzichten?

Wir teilen uns unser Leben; denn wir werden glücklich indem wir das Leben miteinander teilen. Es kommt solch ein Moment, wo auch das Glücklich-Sein nicht ausreicht und sie den Bedarf verspüren, auch dieses Glücklich-Sein mit anderen zu teilen. Sowohl das Glück vermehrt sich schließlich wenn man es teilt, als auch wird es schöner, wenn man es teilt…

Sind egoistische Personen nicht solche Personen, die sich am unglücklichsten und am unwohlsten fühlen weil sie nur an sich denken und das Teilen nicht gelernt haben? Aus diesem Grund gebietet uns unser Prophet (s), unsere Liebe zu teilen indem er sagte: “Wenn ihr jemanden mögt, sagt ihm, dass ihr ihn mögt.”

Als schließlich unser Prophet (s) eines Tages sagte: “Der Mensch ist mit demjenigen zusammen, den er liebt”, verwandelte sich Medina geradezu zu einem Ort der Festlichkeit. Daraufhin sagte jemand, der diese Frohbotschaft hörte: “Ich liebe den Gesandten Allahs”, wobei ein anderer sagte; “Ich liebe Abubakr”, ein anderer wiederum sagte; “Ich liebe Omar”, ein anderer sagte; “Osman” und ein anderer wiederum sagte “Ali”. An diesem Tag teilten sich alle laut ihre Liebe, die sie sich zueinander empfanden, mit.

Das schönste Teilen ist das Teilen der Liebe und Zuneigung. Auch wenn wir unser Brot oder unser Wasser teilen, hat es keinen Wert wenn keine empfundene Liebe darin ist, denn der erhabene Allah sagt in Seinem Buch: “Ihr werdet die Güte nicht erreichen, bevor ihr nicht von dem ausgebt, was euch lieb ist.”1

Werte Gläubige!

Der leichteste und schönste Weg, um Errettung zu erlangen, ist auch zu teilen. Schließlich hat unser Prophet eine Frau, deren Leben mit Sünden vergangenen war, mit dem Paradies verheißen weil sie den Durst eines Hundes mit dem Wasser aus ihrem Schuh stillte.

Unser Prophet wurde von unserer Mutter Hadidscha wie folgt getröstet als er sich nach der Berufung als Gesandter in Angst und Sorge auf ihr Schoß niederließ: “Habe keine Angst o Muhammed! Allah wird es nicht zulassen, dass dir etwas Böses widerfährt, denn du nährst die Armen und Bedürftigen, du beschützt Waisen und kümmerst dich um sie, du hilfst deinen Verwandten und bist Weggefährte für Vereinsamte.”

Kommen sie! Lassen Sie uns über die Worte von unserer Mutter Hadidscha nachdenken! Lassen sie uns doch heute unsere Existenz, unsere Begeisterung und unsere Möglichkeiten mit denen teilen, wo doch die Hälfte der Welt in Hunger, Armut und Bedürftigkeit ist und die Kinder in Myanmar, Syrien und besonders an diesen Tagen im Jemen um ihr Leben bangen müssen. Lassen sie uns genauso denken wie die Ansar, die ihre Häuser öffneten und ihr Brot mit denjenigen teilten, die nach Medina ausgewandert waren. Lassen sie uns sie wenigstens an unseren Bittgebeten teilhaben – auch wenn wir unser Haus nicht öffnen können. Lassen sie uns wenigstens einen Teil unseres Taschengeldes mit armen, verwaisten, bedürftigen und einsamen Menschen teilen – auch wenn wir ihnen unser Tisch nicht  öffnen können.

Teilen ist die schönste Sache. Lassen sie uns unsere Liebe teilen um unser Leben zu verlängern. Lassen sie uns unser Brot teilen um unsere Gaben zu vermehren. Lassen sie uns unsere Freude teilen um unser Glück zu vermehren. Lassen sie uns unseren Gruß teilen um unser Wohlergehen zu verbreiten. Lassen sie uns teilen um größer, stärker und wohlwollender zu werden.

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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