Freitags-Predigt vom 28.12.2018

Unser einzigartiges Vermögen: Das Leben

Sei ihr Freitag gesegnet, verehrte Gläubige!

Im rezitierten Vers sagt Allah, der Erhabene: “Gesegnet sei Allah, der den Tod und das Leben erschaffen hat, um euch zu prüfen, wer von euch  an Werken der Beste ist, und er ist der Mächtige, der Verzeihende.”1

Unser Prophet (s) sagte im zitierten Hadis: “Es gibt zwei Gaben, über deren Wert sich die meisten Menschen irren: Gesundheit und vergeudete Zeit.”2

Meine Geschwister!

In diesen Tagen befinden wir uns kurz vor der gregorianischen Jahreswende. Wir stehen kurz davor, ein weiteres Jahr unseres Lebens, unseres Kapitals, hinter uns zu lassen. Möge Allah, der Erhabene, uns ein gesegnetes Leben schenken. Möge Er die kommenden Tage besser sein lassen als die Vergangenen.

Meine werten Geschwister!

Gleich, ob wir die Jahre als islamisch oder gregorianisch bezeichnen, oder die Tage nach dem islamischen oder christlich-gregorianischen Kalender berechnen, ist der erhabene Allah der einzige Eigentümer der Zeit. Jeder Augenblick unseres Lebens ist eine Gabe Allahs. Das eigentlich Wichtige bei Allah ist, wie wir diese Zeit verbringen, auf welchem Weg wir unsere gezählten Atemzüge aufbrauchen und ob wir unser Leben entsprechend unseres Schöpfungszwecks verwenden oder nicht.

Meine verehrten Geschwister!

Unser erhabener Allah bietet jedem von uns Möglichkeiten, um unser Leben noch sinnvoller und gesegneter zu gestalten. Der Beginn eines neuen Jahres kann auch eine solche Möglichkeit sein, uns vor Augen zu führen wie zügig die Zeit vergeht. Diese Gelegenheit wird uns geboten, damit wir regelrecht einen Neubeginn in unserem Leben starten und eine unbeschriebene neue Seite in unserem Lebensbuch öffnen können. Sie dient dazu,  neue Vorsätze für ein Jahr zu fassen, erhabene  Ideale festzulegen und segensreiche Pläne zu erstellen. Diese Gelegenheit soll dazu dienen, uns selbst zur Rechenschaft zu ziehen, unsere Fehler zu überdenken und zu berichtigen, sowie für unsere Sünden reumütig um Vergebung zu bitten (Tauba).

Meine Geschwister!

Während wir uns von einem weiteren Jahr verabschieden, sollten sich jeder einzelne von uns die folgenden Fragen stellen: Jedes Geschöpf auf der Erde und in der Luft preist den erhabenen Allah auf eigene Weise, aber wie nah sind wir denn Allah? Wie sehr waren wir loyal zu unserem Versprechen, das wir auf die Frage Allahs: “Bin ich nicht euer Allah?”3, gegeben haben? Wie genau konnten wir seine Gebote einhalten? Wie genau konnten wir seine Verbote meiden?

Welche guten und schönen Taten konnten wir in diesem Jahr in unser Buch der Wohltaten einschreiben? Wie sehr konnten wir unsere Hände, Zungen, Augen, Ohren, unseren Verstand und unsere Herzen vor Unerlaubtem und vor Sünden schützen?

An wie vielen Tagen konnten wir uns verbessern, wo doch zwei aufeinander folgende Tage, die für uns gleich ablaufen, einen Verlust darstellen. Wie viele Tage konnten wir zu einem ewigen Ertrag für uns selbst machen?

In welchem Maße konnten wir unsere Aufgaben gegenüber unserer Mutter und unserem Vater, unserem Ehepartner und unserem Kind, unseren Verwandten und unseren Nachbarn erfüllen?  Was konnten wir für die Linderung des Leides unserer benachteiligten und unterdrückten Geschwister auf der ganzen Welt tun?

Meine Geschwister!

Es geziemt sich uns nicht, diese Stunden, in denen wir all diese Fragen zu beantworten haben, mit bestimmten Handlungen, die weder in unserem Glauben, unserer Kultur noch in unserer Tradition zu finden sind, zu verschwenden. Die Hoffnung darauf zu setzen und zu versuchen, ohne eigenen Schweiß und ohne eigene Arbeitskraft sondern durch Lotterie und Glücksspiele sich etwas dazu verdienen zu wollen, ist mit unserem Bewusstsein des erlaubten Verdienstes nicht zu vereinbaren. Genauso ist es mit dem Bewusstsein der anvertrauten Gabe an einen Gläubigen nicht zu vereinbaren, die Gesundheit mit alkoholischen Getränken zu schädigen, sowie die Zeit mit uneingeschränktem und unangemessenen Vergnügungen zu vernichten.

Meine Geschwister!

Zu dieser Stunde des letzten Freitagsgebets im Jahr wünschen wir uns von Allah, dem Erhabenen, dass Er uns die geschenkte Gabe des Glaubens bis zum letzten Atemzug bewahren lassen möge. Möge Allah unsere Tage, Monate und Jahre mit rechtschaffenen Werken segnen. Möge Allah uns zu solchen Menschen machen, die gute Personen sind und gute Taten vollbringen, sich vom Bösen fernhalten und Böses verhindern. Möge Allah uns seine Hilfe nicht vorenthalten um solche Taten zu vollzubringen, die zum Paradies führen, und um von solchen Taten fernzubleiben, die zur Hölle führen.

Die DITIB-Predigtkommission

1 Koran, al-Mülk, 67/2
2 al-Bukhari, Riqaq, 1
3 Koran, al-Araf, 7/172

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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