Antisemitismus in der pluralen Gesellschaft

Auftaktveranstaltung zum Projekt „Run in my Shoes“

Mit großer Sorge wird in jüngster Zeit ein Wiederaufleben des Antisemitismus in Deutschland beobachtet. In den allermeisten Fällen steckt die rechte Szene hinter Angriffen auf und Verunglimpfungen von Menschen jüdischen Glaubens. Gleichzeitig bringt die Globalisierung und die damit verbundene Pluralität der Gesellschaft neue Formen des Antisemitismus mit sich, denen es zu begegnen gilt. Dieser Herausforderung stellt sich das Projekt „Run in my Shoes“, das das Kommunale Integrationszentrum Essen auf Initiative des Oberbürgermeisters Thomas Kufen und der Staatssekretärin für Integration des Landes NRW, Serap Güler, mit mehreren Kooperationspartnern in diesem Jahr startet.

Dr. Günther Hinken von der Volkshochschule Essen begrüßte die Gäste im Unperfekthaus. Foto: Moritz Leick

Heute (22.11.) fand im Unperfekthaus die Auftaktveranstaltung zum Projekt statt, die gemeinsam vom Oberbürgermeister und der Staatssekretärin eröffnet wurde. „Die neueste Studie von Leipziger Forschern zeigt deutlich, dass Antisemitismus in der Gesellschaft weit verbreitet ist. In einem demokratischen Land wie der Bunderepublik Deutschland können solche Entwicklungen nicht toleriert werden. In unserer Gesellschaft und unserer Stadt sollen weiter alle Gruppen gleiche Rechte haben“, betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen in seiner Begrüßungsrede. Dies könne nur durch den offenen Umgang mit dem Thema und eine vernetzte, gemeinsame Herangehensweise erreicht werden, so Thomas Kufen weiter.

Die Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, begrüßte ausdrücklich das Engagement der Essener Kooperationspartner:
„Eine Grundlage unseres Zusammenlebens ist die Freiheit und Akzeptanz des Glaubens. Als Landesregierung möchten wir Sie dabei unterstützen, dass diese Idee für alle Jugendlichen lebendig wird. Die historische und politische Bedeutung des Antisemitismus in Deutschland ist für neuzugewanderte Menschen nicht immer selbstverständlich. Da brauchen wir mehr Dialog, gerade unter Jugendlichen und auch gerade mit Muslimen. Daher freue ich mich sehr darüber, dass sich hier in Essen auch muslimische Organisationen aktiv einbringen. Wir müssen gemeinsam an einem demokratischen und friedlichen Miteinander arbeiten.“

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW fördert das dreijährige Projekt.

Für ein friedliches Miteinander der vielfältigen Kulturen und Religionen in Essen setzen sich im Rahmen des Projektes das Kommunale Integrationszentrum, die Schulaufsicht mit dem Kompetenzteam, die Jungendhilfe Essen gGmbH, die Kommission Islam und Moscheen in Essen und die Alte Synagoge ein.

Das Projekt richtet sich an Essener Schulen und Jugendeinrichtungen. Geplant sind neben Fortbildungen für Lehrkräfte Schulungen von Studierenden, die als Teamerinnen und Teamer zum Thema Antisemitismus in den Dialog mit Schülerinnen und Schülern treten werden.

Eine erste Aktion im Rahmen des Projekts war der Besuch einer Gruppe junger Menschen im Jüdischen Museum in Berlin.

Bei der Auftaktveranstaltung haben versierte Fachleute und Referenten zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Essener Bildungslandschaft vielversprechende Handlungsansätze für die zukünftige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vorgestellt.

Wer mehr zum Projekt erfahren möchte, kann sich an das Kommunale Integrationszentrum Essen, Telefon: +49 201 88 88585, wenden.

Information und Kontakt: Stadt Essen, Kommunales Integrationszentrum, Janine Engel-Möller, Telefon: +49 201 88 88485, E-Mail: janine.engel-moeller@interkulturell.essen.de.

Quelle: Stadt Essen, www.essen.de – Fotos: Moritz Leick

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