Freitags-Predigt vom 16.11.2018

Woche der gesegneten Geburt des Propheten

Meine geehrten Geschwister!

Genau vor 1447 Jahren an diesem Tag im Monat Rabiu’l-awwal des Jahres 571. Während dieser sogenannten Zeit der Unwissenheit herrschten schlimme Tage auf der arabischen Halbinsel. In dieser Zeit des Wirrezustandes gab es eine Aufregung im Hause von Abdulmuttalib, einem der führenden Mekkaner. Zur Morgendämmerung spiegelte sich aus diesem Haus ein Licht am Himmel, das die Finsternisse durchbrach. Ein Säuglingsgeschrei war in den Straßen von Mekka zu hören. Dieses war der Klang von Muhammed (s), der als Barmherzigkeit für die Welten gesandt wurde.

Meine ehrenwerten Geschwister!

Ab diesem Tag der Geburt unseres Propheten sollte nichts mehr so wie vorher sein. Einige Anzeichen dafür, dass sich das vorherrschende und intakte System ändern wird, waren an verschiedenen Orten der Welt zu erkennen. In jeder Periode seines Lebens – Kindheit und Jugend inbegriffen – hat er als tugendhafter Mensch gelebt. Als Muhammed (s) das 40. Lebensalter erlangte, wurde er als Gesandter (Prophet) berufen. Trotz aller Schwierigkeiten hat er diese Aufgabe bis zum Ende seines Lebens auf schönste Weise erfüllt.

Geehrte Gläubige!

Wir nähern uns einer spannenden Zeit. Schließlich ist in der Nacht von Montag auf Dienstag die segensreiche Nacht der Geburt unseres Propheten (s). In diesem Jahr wird die segensreiche Geburt des Propheten unter dem Namen der Woche der Geburt des Gesandten (Mawlid an-Nabi) mit unterschiedlichen Veranstaltungen begangen.

Wir sind dafür verantwortlich, gemäß des Verses: „In dem Gesandten Allahs habt ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“1, uns sein Leben als Beispiel zu nehmen.

Unsere Welt, die eine schwere Zeit durchmacht, ist heutzutage mehr denn je in der Geschichte auf die Botschaften unseres Propheten, die mit Barmherzigkeit erfüllt sind, angewiesen. Kommen sie und lassen sie uns Frauen, Männer, Jugendliche und Senioren alle zusammen den Prinzipien unseres Propheten, die er ohne Zugeständnisse während seines ganzen Lebens beachtet hat, Gehör schenken.

Wenn man von Muhammed (s) spricht, fällt uns sein unvergleichbares Verständnis von Barmherzigkeit ein. Allah, der Erhabene, bringt dies im edlen Koran wie folgt zum Ausdruck: “Wirklich, nun kam ein Gesandter aus euren Reihen zu euch; schwer liegen auf ihm eure Missetaten. Er ist für euch fürsorglich, gegenüber den Gläubigen gütig und barmherzig.”2

Eine andere Eigenschaft von ihm war, dass er ein ehrlicher Mensch war. Während seines ganzen Lebens hat er sich keinesfalls von der Ehrlichkeit entfernt. Auch zum Spaß hat er während seines ganzen Lebens niemals gelogen und niemals den Bedarf verspürt zu lügen. Aufgrund seiner Ehrlichkeit in Wort und Handlung wurde er der Vertrauenswürdige Muhammed (Muhammed al-Amin) genannt. Einen Händler, der versuchte zu täuschen, warnter er daher: “Wer uns täuscht, ist nicht von uns.“3 Einem Gefährten, der mit der folgenden Bitte um einen Ratschlag bat: “Sag mir so etwas, o Gesandter Allahs, dass ich ins Paradies eintrete wenn ich es ausführe!”, riet er die Ehrlichkeit als ein ethisches Prinzip, das zum Paradies führt indem er sagte: “Sage: “ich glaube” und sei dann ehrlich.”4

Unser Prophet (s) verhielt sich nie untreu zu anvertrauten Gütern. Er lehrte, dass zu lügen, untreu zum abgegebenen Wort zu sein und Untreue gegenüber anvertrauten Gütern keineswegs sich für einen Gläubigen geziemen und jeweils Zeichen von Heuchelei (Munafiq) sind. Unser Prophet war ein äußerst scharfsinniger und weitsichtiger Mensch. Er wusste, woher Übel kommen würden und ließ die Gefährten ensprechende Vorkehrungen dagegen treffen. Er lehrte uns, unser Leben so fortzuführten, dass wir keine Fehler machen und dass wir dieselben Fehler nicht wiederholen sollten, indem er sagte: “Ein Gläubiger lässt sich aus einer Schlangenbehausung nicht zweimal beißen.”5

Ehrenwerte Gläubige!

Der Prophet (s) ist ein Vorbild für uns mit seiner Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, mit seinem Widerstand gegenüber jeglicher Schwierigkeit, mit seinem freundlichen Umgang, mit seiner barmherzigen Haltung, mit seiner Beachtung der Rechte des Anderen, mit seinem zugemessenen Wert für die Einheit und Eintracht und mit vielen weiteren seiner Eigenschaften. Mit der 23 Jahre andauernden Führung einer Auseinandersetzung hat er die Zeit der Unwissenheit zur Zeit der Glückseligkeit (Asr as-Saada) gemacht und uns als seiner Gemeinschaft (Umma) folgende zwei anvertraute Dinge hinterlassen: “Ich hinterlasse euch zwei Dinge. Solange ihr euch fest an diese klammert, werdet ihr niemals euren Weg verirren: Das Buch Allahs der edle Koran und die Sunna Seines Gesandten.”6

Meine werten Geschwister!

Kommen sie und lassen sie uns diese gesegnete Geburt unseres Propheten zum Anlass nehmen, uns dafür zu bemühen, ein guter Angehöriger der Gemeinschaft (Umma) unseres Propheten (s) zu sein. Denn schließlich wurde er als Barmherzigkeit für die Welten gesandt und wir fühlen uns beehrt, zu seiner Gemeinschaft zu gehören. Lassen sie uns an die uns anvertrauten beiden Güter – dem Koran und seiner Sunna – festklammern. Lassen sie uns unseren kommenden Generationen seine mit Barmherzigkeit erfüllten Botschaften weitergeben.

DITIB-Predigtkommission

1 Koran, al-Ahzab, 33/21
2 Koran, at-Tauba, 9/128
3 al-Muslim, Iman, 164
4 al-Muslim, Iman, 62
5 al-Muslim, Zuhd, 63
6 al-Muvatta’, Qadar, 3

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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