Freitags-Predigt vom 24.08.2018

Kinder haben ein Anrecht auf schöne Namen

Verehrte Gläubige

Unser geliebter Prophet Muhammed (s) legte großen Wert auf die Einhaltung der islamischen Werte in jeder Lebensphase. Denn er war ein Prophet, der geschickt wurde, um uns den Sinn der Dienerschaft an Allah, der Höflichkeit und der Eleganz zu lehren. Seine Sensibilität, jeden Moment des Lebens sinnvoll zu gestalten, machte sich auch bei der Namensgebung der Neugeborenen bemerkbar. So sehr, dass er seine beiden Enkelkinder „Hasan“ und „Hussein“ nannte, was die Bedeutungen „schön“, „elegant“ und „wohlwollend“ haben. Indem er dies tat, umarmte er sie zuerst herzlich und drückte sie an die Brust. Dann rief er in ihre rechten Ohren den Ezan und in die linken Ohren den Kamet. Er hatte Bittgebete ausgesprochen, damit die Kleinen ein gutes und segensreiches Leben führen.[i]

Liebe Geschwister

Die Kinder sind laut Koran unsere Lebensfreude. Sie sind die Freude unserer Herzen. Sie sind ein Geschenk und anvertrautes Gut von unserem allmächtigen Herrn an uns. Unabhängig ihres Geschlechtes sind alle Kinder, die auf die Welt kommen, einzigartig und wertvoll. Gott schuf sie als die ehrenwertesten Wesen der Erde, als Sachwalter Gottes auf Erden und vertraute sie uns Erwachsenen an. Wir haben die Aufgabe, aus ihnen aufrichtige Gläubige und gute Menschen zu machen und daher verdienen sie einen gebührenden Empfang. Einer der ersten Schritte dieses Empfanges ist es, ihnen schöne Namen zu geben.

Werte Muslime

Während das Kind beginnt, die irdischen Gaben im Schoss seiner Mutter zu genießen, erlangt es eine Identität, die ihn bis zum Jenseits begleiten wird. Unser geliebter Prophet (s) sagte: „Ihr werdet am Tage der Auferstehung mit euren Namen und den Namen eurer Väter gerufen werden. Also, gebt euren Kindern schöne Namen.“ [ii]

Dieser Hadis lehrt uns, dass der Mensch Namen verdient, dessen Aussprache und Bedeutung angenehm sind. Da der menschliche Körper sowie seine Ehre und Würde zu respektieren sind, so verdient auch sein Name, der seine Identität ausdrückt, großen Respekt. Es ist nicht erlaubt, den Menschen mit einem unangenehmen Spitznamen zu rufen, geschweige denn ihm einen Namen zu geben, den er nicht mag aber trotzdem lebenslang der ihn begleiten wird. Unser allmächtiger Herr warnt uns in dieser Hinsicht und sagt: „Ruft euch nicht mit bösen Spitznamen.“ [iii]

Die Hauptsache bei den Namen ist nicht ihr schöner Klang. Sie sollen den Namensträger zu einem schönen Benehmen und vorzüglichem Charakter begleiten. In diesem Zusammenhang hat unser Prophet (s) die Namen geändert, die mit dem islamischen Glauben unvereinbar waren, die der Würde des Menschen nicht passten, sowie Gewalt und Hass beinhalteten.

Der Name ist ein Spiegelbild eines Glaubens, einer Zivilisation und einer Kultur. Daher haben Muslime schon immer ihre Kinder, angefangen mit den Propheten, nach berühmten Persönlichkeiten benannt, die unsere Zivilisation geprägt haben.

Meine lieben Geschwister

Lassen Sie uns unsere Kinder solche sinnvollen Namen geben, die unseren religiösen und traditionellen Werten entsprechen. Diese Namen sollten die Kinder daran erinnern, dass sie Muslime sind. Die Namen, die wir unseren Kindern geben, mögen zeit ihres Lebens sie zum Guten, Schönen und Nächstenliebe anregen, und ihnen Impulse für einen guten Charakter, Anstand sowie islamisches Bewusstsein geben.

DITIB Chutba Kommission

[i] Buchari, Menakıbu’l-ensar, 45; Edeb, 109; Edebu’l-müfred, 286.
[ii] Ebu Davud, Edeb, 61.
[iii] Sure Hudschurat/49, Vers 11.

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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