Freitags-Predigt vom 08.06.2018

Nacht des Friedens: Laylatu’l-Qadr

Meine verehrten Geschwister!‎

Wir begehen zur Zeit die letzte Woche des ‎gesegneten Ramadans, der als Monat des Korans ‎der als Gebieter -Sultan – der übrigen elf Monate, gilt. ‎Der Ramadan ist eine Saison der Barmherzigkeit ‎und Vergebung. Mit seinem Segen ist der ‎Ramadan ein Gast in unseren Häusern und mit ‎seiner Vergebung ein Gast in unseren Herzen.‎

Dieser wertvolle Zeitabschnitt wird bei richtiger ‎Verwertung – mit den Worten des Gesandten ‎Allahs (s) – zur “Errettung von der Hölle ‎beitragen” und bietet uns somit eine ‎außergewöhnliche Möglichkeit, wenn wir  ‎standhafte Bemühungen als Diener darbieten und ‎Gottesdienste in beharrlicher Form verrichten. ‎Diese Gelegenheit ist so groß, dass darin eine ‎besondere Nacht enthalten ist. Die Nacht der ‎Bestimmung (Laylatu´l-Qadr) ist wertvoller als ‎tausend Monate und somit wertvoller als ein ‎ganzes Leben.‎

Geehrte Gläubige!‎

Die Nacht vom nächsten Sonntag auf Montag ist ‎die Nacht der Bestimmung. Zu dieser Nacht sagt ‎Allah, der Erhabene, im edlen Koran: “Wir haben ‎ihn in der Nacht El-Qadr offenbart. Und was lehrt ‎dich wissen, was die Nacht El-Qadr ist? Die Nacht ‎El-Qadr ist besser als tausend Monate. Hinab ‎steigen die Engel und der Geist in ihr mit der ‎Erlaubnis ihres Herrn zu jeglicher Angelegenheit. ‎Frieden ist sie bis zum Aufgang der Morgenröte.”1

Unser geliebter Prophet (s) sagte in einem Hadis: ‎‎“„Demjenigen, der an Allah glaubend und den ‎Lohn von Allah erwartend die Nacht der ‎Bestimmung begeht, werden die früheren Sünden ‎vergeben.“2

Meine Geschwister!‎

Entsprechend der Weisheit und Barmherzigkeit ‎Allahs hat Er bestimmte Dinge verborgen. ‎Beispielsweise hat Er seinen erhabensten Namen ‎innerhalb seiner schönen Namen, die ‎Antwortstunde für Bittgebete innerhalb des Freitags, Sein ‎Wohlwollen innerhalb der Taten und Seinen Zorn ‎innerhalb der Sünden verborgen.‎

Die Nacht der Bestimmung hat Allah innerhalb der ‎letzten zehn Tage des Monats Ramadan ‎verborgen, damit wir jeden dieser Tage im ‎Bewusstsein, es könnte “die” Nacht der ‎Bestimmung sein, mit Bittgebet, Gottesdienst und ‎reumütiger Vergebungsbitte verbringen. Ohne ‎Zweifel wird uns diese gesegnete Suche zu ‎spirituellen Gaben führen und dazu beitragen, ‎dass nur diejenigen, die danach suchen, auch ‎diese Schönheiten erlangen werden. Somit werden ‎vielleicht einige unter uns die Nächte des ‎Ramadans nicht verschwenden und das ‎vergängliche Leben nicht vergeuden.‎

Zeit und Ort gewinnen durch große und wichtige ‎Ereignisse, die in ihnen stattfinden, an Wert. Aus ‎dieser Sicht ist die Nacht der Bestimmung, in der ‎ein solch gesegnetes und außergewöhnliches ‎Ereignis stattgefunden hat, eine Nacht wie keine ‎andere. Schließlich begann in dieser Nacht die ‎Herabsendung des edlen Korans, den Allah, der ‎Erhabene, als letzte Botschaft an die Menschheit ‎gesandt hat. Die Nacht der Bestimmung dient ‎dazu, die Aufmerksamkeit auf den Koran zu ‎lenken. So wie diese Nacht aufgrund des Korans ‎zum Gebieter – Sultan – der Nächte wurde, wird ‎auch der Mensch zum Gebieter – Sultan – der ‎Schöpfung wenn er sich unser erhabenes Buch als ‎Wegweiser nimmt. Folglich sollten wir diese ‎Nacht, die wertvoller als tausend Monate ist, als ‎Neubeginn dafür nutzen,  uns dem Koran zu ‎widmen.‎

Allen voran die Bitte um Vergebung und ‎Sündenerlass von Allah, sind Gottesdienste ‎‎(Ibada), die in dieser Nacht verrichtet werden ‎können. Mit einem aufrichtigen Herzen sollten ‎wir Allah um Vergebung unserer Sünden bitten ‎und uns entschließen, in der Zukunft von jeglicher ‎Sünde fernzubleiben. Diesbezüglich sollten wir ‎Allah um Hilfe bitten. Wir sollten die Rechte ‎anderer beachten und uns mit unseren ‎Geschwistern versöhnen. Wir sollten nicht nur für ‎uns selbst beten sondern auch dafür beten, dass ‎Frieden, Gerechtigkeit und das Gute auf der Welt ‎und in unserer Familie, bei unseren Verwandten, ‎in unserem Umfeld, in der ganzen islamischen ‎Welt und in der ganzen Menschheit  die ‎Vorherrschaft einnehmen möge.‎

Am wichtigsten ist es, das folgende Bittgebet, das ‎uns der Gesandte Allahs für diese Tage und ‎Nächte gelehrt hat, ständig zu wiederholen: „Oh ‎Allah! Du bist der Vergebende, Du liebst das ‎Vergeben, vergib auch mir.“3‎

Als letztes möchte ich daran erinnern, dass sie ihre ‎Zakat und Sadaqatu´l-Fitra gegen Quittung an die ‎Religionsbeauftragten der DITIB Moscheen ‎abgeben können. Ich bitte Allah, den Erhabene, ‎wie folgt:‎

Oh Allah,‎ gewähre uns aus Respekt gegenüber diesem ‎erhabenen Ramadan,‎/

die Beseitigung aller Hindernisse für unsere ‎Einheit,‎

Oh Allah,‎ lasse nach diesen jahrhundertelangen Differenzen/

die Umma nicht erdrücken und in ‎Hoffnungslosigkeit abstürzen.4‎

Mahmut Kervan
Religionsbeauftragter, DITIB Rheinfelden Moschee

1 Koran, al-Qadr, 97/1-5
2 Sahih al-Muslim, I’tikaf, 8
3 at-Tirmidhi, Daawat, 84
4 Safahat, Mehmet Akif Ersoy

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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