Freitags-Predigt vom 16.03.2018

Rassismus und Diskriminierung

Meine Geschwister!‎

Allah hat den Menschen aus Erde ‎geschaffen und ihn damit beauftragt, die ‎Erde zu kultivieren. Keine Ethnie wurde von ‎Allah als Sklaven oder Herrn geschaffen. ‎Unabhängig vom jedem weltlichen oder ‎spirituellen Grad, hat im Islam kein Mensch, ‎keine Ethnie, keine Religion, keine Farbe, ‎kein Geschlecht, kein Volk und auch keine ‎Region das Recht, sich als besser ‎anzusehen oder andere zu verachten.‎

Werte Gläubige!‎

In seiner Abschiedspredigt verkündete der ‎Prophet (s) offen, dass kein Araber Vorzug ‎über einen Nicht-Araber und kein Nicht-‎Araber einen Vorzug über einen Araber hat, ‎kein Weißfarbiger einen Vorzug über einen ‎Schwarzfarbigen und kein Schwarzfarbiger ‎einen Vorzug über einen Weißfarbigen hat, ‎sondern der Vorzug lediglich durch ‎Frömmigkeit, das heißt durch die Treue zu ‎den Geboten und Verboten Allahs, ‎zustande kommt.‎

Der Prophet erklärte, dass Rassismus ‎seitens des Islams klar abgelehnt wird, ‎indem er sagte: “Wer sich dem Anliegen des ‎Rassismus verfängt, ist nicht von uns.”1 ‎Schließlich ist Rassismus eine geistige ‎Erkrankung, die auf Unwissenheit und ‎Fanatismus beruht und sowohl die Augen, ‎als auch die Herzen erblinden lässt.‎

Rassismus liegt außerhalb des islamischen ‎Glaubens- und Wertesystems und ist eine ‎der grundlegenden Merkmale der ‎Unwissenheit. Im Koran wird demgegenüber ‎das Kennenlernen und die Solidarität als ‎Gründe für die unterschiedliche Herkunft ‎und für die Trennung der Menschen nach ‎Stämmen angegeben. Im edlen Koran wird ‎diese Realität wie folgt zum Ausdruck ‎gebracht: “O ihr Menschen, Wir haben euch ‎ja von einem männlichen und einem ‎weiblichen Wesen erschaffen, und Wir ‎haben euch zu Völkern und Stämmen ‎gemacht, damit ihr einander kennenlernt. ‎Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allah ‎ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiss, ‎Allah ist Allwissend und Allkundig.”2

Meine Geschwister!‎

Heutzutage ist die Diskriminierung aufgrund ‎von Sprache, Religion, Hautfarbe und ‎Ethnie immer noch eines der größten ‎menschengemachten Probleme der ‎globalen Welt. Religions- und ‎Konfessionskonflikte sowie ‎Diskriminierungen, die auf Rassismus ‎beruhen, führen leider immer noch dazu, ‎dass das Leben, der Besitz und das ‎Sicherheitsgefühl der Menschen verloren ‎gehen.‎

Ehrenwerte Gläubige!‎

Mit Erschrecken stellen wir fest, dass ‎in den letzten Tagen die Angriffe auf ‎unsere Gebetsstätten,  Geschäfte und ‎Wohnräume stark angestiegen sind. ‎Diese Angriffe auf unsere ‎Gebetsstätten, die die Garantie für ‎Sicherheit und Frieden sind und in ‎denen verschiedene Menschen ‎verschiedener Völker, unabhängig ‎von ihren Meinungen und Ansichten ‎friedlich ihre Gottesdienste verrichten, ‎betrüben uns zutiefst und ‎beunruhigen ernsthaft unsere ‎Gemeinde. Aus diesem Grund rufen ‎wir alle dazu auf, besonnen zu ‎handeln und gegenüber ‎Provokationen auf der Hut zu sein. ‎Wir erwarten, dass die Sicherheit  ‎unserer Moscheen und Gemeinden ‎von den Verantwortlichen ‎gewährleistet wird.‎

Werte Gläubige!‎

Nächsten Montag werden wir mit dem ‎Beginn des Monats Radschab die Saison ‎der Barmherzigkeit und des Segens der ‎gesegneten drei Monate erreichen. Am ‎Donnerstag werden wir die gesegnete ‎Nacht der Wünsche (Raghaib) erleben, in ‎der die Diener Allahs mit jeglichen Gaben ‎und jeglichem Segen reichlich überschüttet ‎werden und uns die Möglichkeit gegeben ‎wird, die Verzeihung und Vergebung ‎unseres erhabenen Schöpfers zu erlangen. ‎Zu diesem Anlass bitte ich den erhabenen ‎Allah, dass diese drei Monate segensreich ‎und wohlbringend für die ganze Menschheit ‎sein mögen und unsere Bittgebete von den ‎angenommenen Bittgebeten des Propheten ‎begleitet werden. Ebenso bitte ich Allah ‎darum, dass wir in Gesundheit und in ‎Wohlergehen den gesegneten Monat ‎Ramadan erreichen mögen.3

Die DITIB-Predigtkommission

1 Al-Muslim, Imara, 53
2 Koran, al-Hudschurat, 49/13
3 Ahmed b. Hanbal; Musnad, 1/259

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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