Freitags-Predigt vom 12.01.2018

Das Licht unserer Augen: Das Pflichgebet‎

Ich wünsche ihnen einen gesegneten ‎Freitag ‎meine ‎sehr geehrten Geschwister!‎

In dem rezitierten edlen Vers sagt Allah, der ‎Erhabene: “Wer glaubt und das Rechte tut und das Gebet verrichtet und ‎die Zakat zahlt, deren Lohn ist bei ihrem Herrn, und es soll ‎keine Furcht über sie kommen, und sie sollen nicht traurig ‎sein.‎”1

Abdullah b. Mas’du erzählt: „Eines Tages fragte ‎ich unseren Propheten: „Welche der Taten ist ‎Gott am liebsten?“ Der Prophet entgegnete: „Das ‎rechtzeitig verrichtete Gebet.“2‎

Meine verehrten Geschwister!‎

Das Gebet ist ein Gottesdienst, der allen ‎Propheten und allen Muslimen, die die geistige ‎Reife und die Pubertät erreicht haben, ‎vorgeschrieben (fard) wurde.3‎

Dieser Gottesdienst existiert als Gebot gleichartig ‎in allen monotheistischen Religionen. Bei der ‎Erfüllung der ihnen auferlegten Aufgaben ‎schöpften die Propheten immer spirituelle Kraft ‎aus dem Gebet und waren, was die Umsetzung ‎des Gebets als Gottesdienst angeht, das beste ‎Beispiel für die Gläubigen und ihre ‎nachfolgenden Generationen. Der Prophet ‎Luqman (s) erteilte seinem Sohn folgenden ‎Ratschlag: „O mein lieber Sohn, verrichte das ‎Gebet, gebiete das Rechte und verbiete das ‎Verwerfliche und ertrage standhaft, was dich ‎trifft. Gewiss, dies gehört zur Entschlossenheit ‎‎(in der Handhabung) der Angelegenheiten.“4 ‎Allah befahl unserem Propheten und durch ihn ‎allen Gläubigen: „Und befiehl deinen ‎Angehörigen, das Gebet (zu verrichten), und sei ‎beharrlich darin.“5 und verdeutlichte damit die ‎Bedeutsamkeit  des Gebets und unterstrich, dass ‎es keinesfalls zu vernachlässigen ist.‎

Meine geehrten Geschwister!‎

In diesem und ähnlichen edlen Versen wird an ‎das Ritualgebet mit seinen verschiedenen ‎Dimensionen erinnert, das die Gläubigen vom ‎Bösen fernhält, sie in einer bestimmten Disziplin  ‎hält und  ihnen dabei hilft ihre tugendhaften ‎Eigenschaften zu vervollkommnen. Das Gebet ‎intensiviert das Gefühl der Geschwisterlichkeit ‎und erfrischt Liebe und Zuneigung. Das ‎Ritualgebet ist der Inbegriff des Gottesdienstes, ‎in dem wir durch unser Stehen und unsere ‎Verbeugung sowie unsere Niederwerfungen als ‎Gipfel unserer Empfindungen des Dankes zu ‎Allah auszudrücken versuchen. ‎

Das Gebet ist der Gottesdienst, den unser ‎Prophet ‎(s) ‎in seinen Überlieferungen als „das Licht ‎meiner Augen“6, Säule der Religion7 und das ‎Liebste und Beste der Taten8 definierte.‎

Im 44. Vers der Sura Isra wird verdeutlicht, dass ‎alles was auf der Erde und in den Himmeln ‎existiert Allah preisend dessen Gottesdienst ‎ableisten. Ist es denn überhaupt möglich, dass ‎sich das Edelste der Geschöpfe, der Mensch, ‎seinen Dienst an Allah, den Erhabenen, nicht ‎ableistet? ‎Vielmehr ist es so, wie es Hacı Bektaş-ı Veli ‎gesagt hat:‎

Mahl, das nicht vom Erlaubten (Halal) ist, gilt nicht als ‎Mahl,‎
Tränen, die nicht für Allah fließen, gelten nicht ‎als Tränen,‎
Behaupte nicht, „ich habe einen Kopf auf ‎meinem Rumpf“‎
Ein sich nicht niederwerfender Kopf, gilt nicht ‎als Kopf.‎

Verehrte Gläubige!‎

Das Pflichtgebet enthält in sich Gottespreisungen ‎sowie Gottesgedenken und ist ein Gottesdienst, ‎den alle Geschöpfe und die Engel auf ihre ‎eigene Weise und in ihrer eigenen Sprache ‎ableisten.

Süleyman Çelebi drückt diese Realität ‎wie folgt aus:‎

Schließlich ist jeglicher Gottesdienst darin,‎
Die Nähe zu Allah sowie das Endziel sind darin.‎

Folglich sollten wir als Gläubige sehr große Acht ‎auf diesen erhabenen Gottesdienst geben, damit ‎wir eine Nachkommenschaft, die das Gebet ‎verrichten, hinterlassen können. Wir sollten das ‎Gebet verrichten, damit wir zu denjenigen ‎zählen, die am Ende des Gebetes erwähnt ‎werden und damit für uns um Vergebung  und ‎Gnade erbeten wird.‎

Ich möchte meine Freitagspredigt mit einem ‎Bittgebet von dem Propheten Ibrahim (s) ‎beenden und  ich hoffe, dass sie alle mit Amin ‎einstimmen werden: ‎

‎„Mein Herr, mache, dass ich und meine ‎Nachkommenschaft das Gebet einhalten.‎

Unser Herr, und nimm mein Gebet an.“9 Amin

Mustafa Akkaya
ReligionsbeauftragterDITIB Zentralmoschee, Wuppertal

1 Koran, al-Baqara, 2/277‎
2 Sahih al-Bukhari 2/473‎
3 Koran, an-Nisa, 4/103‎
4 Koran, Lokman, 31/17‎
5 Koran, Taha, 20/132‎
6 Ahmad b. Hanbal, Musnad, 3/128
7 at-Tirmizi, Iman, 8‎
8 al-Muslim, Iman, 8‎
9 Koran, Ibrahim, 14/40‎‎

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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