Freitags-Predigt vom 23.06.2017

Reue und Bitte um Vergebung (Tauba und Istigfar)

Werte Gläubige!‎

Wir befinden uns in den letzten Tagen des ‎Ramadans, der mit seiner Atmosphäre ‎der ‎Barmherzigkeit und des Segens unsere ‎Herzen, unsere Familie, unsere Straße, ‎unser ‎Stadtviertel und unsere ganze Welt ‎umgibt. Diese Tage des Ramadans sind ‎Tage der ‎Vergebung und Läuterung von ‎den Sünden und sollten von uns gut ‎ausgeschöpft werden. Jetzt ‎ist genau die ‎Zeit, unsere Spiritualität, die unter den ‎schweren Lasten des Lebens leidet, ‎zu ‎reparieren. Jetzt ist genau die Zeit, unsere ‎durch Sünden und Fehlverhalten unreinen ‎Herzen ‎zu reinigen und uns von den ‎Ketten der Sünden zu befreien. Jetzt ist die ‎Zeit Tränen zu ‎vergießen, sich zu läutern ‎und um Vergebung zu bitten. Jetzt ist die ‎Zeit, bittende Haltung ‎einzunehmen und ‎unsere Hände zum Himmel zu öffnen; und ‎so unsere Bittgebete, Bedürfnisse ‎und ‎Wünsche dem Erhabenen Allah ‎vorzutragen.‎

Geehrte Gläubige!‎

In dieser Welt, auf die wir gesandt wurden ‎um Allah zu dienen, können uns manchmal bestimmte Defizite, Mängel und Fehler in unseren Gottesdiensten und Handlungen unterlaufen. Der Weg, um diese Defizite ‎aus der Welt zu schaffen, ist die innige ‎und ‎reumütige Bitte um Vergebung (tauba und ‎istigfar).‎

Die Tauba ist ein Tor der Barmherzigkeit, ‎das der erhabene Allah uns Gläubigen geschenkt hat. ‎Denn von unseren Fehlern, ‎Makeln und Sünden, die uns vor ‎Allah ‎beschämen, können wir ‎uns ‎nur dadurch ‎läutern und reinigen, indem wir durch ‎Reue und Bitte um Vergebung (Tauba und Istigfar) von den Sünden abkehren und dadurch zu unserer eigentlichen und ursprünglichen Natur zurückfinden.

Meine verehrten Geschwister!‎

Damit sich die Tauba als großes Geschenk Allahs an uns sich verwirklichen kann, ‎sollten die ‎Sünden durch Tränen und Reue ‎gereinigt werden. Schließlich beinhaltet ‎Tauba reumütig zu ‎sein und das eigene Ego ‎zur Rechenschaft zu ziehen. Aus diesem Grund hat die Tauba drei Dimensionen, wenn die Sünde nur Allah gegenüber begangen wurde und nicht die Rechte von Menschen berührte. Diese drei ‎Dimensionen sind; zu bereuen, die Sünde ‎begangen zu ‎haben; sich von dieser Sünde ‎sofort abzukehren und den festen ‎Entschluss gefasst zu haben, ‎diese Sünde ‎nicht mehr zu begehen.‎

Wenn diese Vorbedingungen bei der Bitte ‎um Vergebung (Tauba) eingehalten ‎werden, erklärt ‎der Prophet (s) das ‎Resultat dieser Tauba wie folgt: „Wer ‎reumütig um Vergebung seiner ‎Sünden ‎bittet, ist so, als ob dieser niemals diese ‎Sünde begangen hätte.“1‎

Geehrte Gläubige!‎

Gebunden an die innig und reumütig formulierten Vergebungsbitte verheißt ‎Allah, der ‎Erhabene im Kapitel al-Furqan, ‎dass neben der Tatsache, dass die Sünden ‎geläutert werden, ‎die Sünden auch in ‎Wohltaten umgewandelt werden können. ‎‎“Außer demjenigen, der bereut, ‎glaubt und ‎rechtschaffene Werke tut; jenen wird Allah ‎ihre bösen Taten gegen gute ‎eintauschen; ‎und Allah ist stets Allvergebend und ‎Barmherzig.“2‎

Ich möchte meine Predigt mit der ‎Übersetzung des am Anfang rezitierten ‎Verses beenden: „O ‎die ihr glaubt, kehrt zu ‎Allah um in aufrichtiger Reue; vielleicht ‎wird euer Herr euch eure bösen ‎Taten ‎tilgen und euch in Gärten eingehen lassen, ‎durcheilt von Bächen, am Tag, da Allah ‎den ‎Propheten und diejenigen, die mit ihm ‎geglaubt haben, nicht in Schande stürzen ‎wird. Ihr Licht ‎eilt ihnen voraus und ‎‎(ebenso) zu ihrer Rechten. Sie werden sagen: „Unser Herr, vollende für ‎uns unser ‎Licht und vergib uns. Gewiß, Du hast zu ‎allem die Macht.“3‎

Möge Allah uns von denjenigen machen, ‎die reumütig umkehren und von denjenigen Menschen machen, deren ‎Tauba angenommen wird.‎

Ahmet Ziyaeddin Karakuran
Religionsbeauftragter DITIB Pforzheim Fatih Moschee

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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