Projektförderung: Flucht und Islam

Förderung von Modellprojekten zum Thema Flucht und Islam in Deutschland

Die Bundesregierung unterstützt Initiativen zur Flüchtlingshilfe und -integration sowie zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts unter besonderer Berücksichtigung des Themas Islam. Dazu fördert das Bundesministerium des Innern Modellprojekte zum Thema Flüchtlinge und Islam in Deutschland. Der Zeitraum der Projektförderung ist auf das Jahr 2017 beschränkt.

1. Förderziele

Die gesellschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der verstärkten Zuwanderung und Flucht nach Deutschland stellen die Integrationsarbeit und die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor neue Aufgaben.

Die Flüchtlingshilfe und die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die den Staat auf allen Ebenen fordert und für deren Bewältigung der Beitrag eines breiten Spektrums der Zivilgesellschaft unerlässlich ist. In diesem Zusammenhang leisten zahlreiche Muslime in Deutschland als Teil der Gesellschaft individuell, in Verbänden und in Gemeinden einen wichtigen Beitrag.

Die Bundesregierung hält es für wichtig, dass sich weiterhin ein möglichst breit gefächertes Spektrum von zivilgesellschaftlichen Gruppierungen in der Bundesrepublik Deutschland für die Flüchtlingshilfe und -integration engagiert. Islamische Organisationen wie Moscheegemeinden sowie Organisationen und Initiativen von Migranten sind bereits jetzt wichtige Anlaufstellen für Flüchtlinge. Sie erfüllen eine Brückenfunktion für die Integration und die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Vor diesem Hintergrund ist das bestehende, oftmals ehrenamtliche Engagement in Organisationen und Initiativen begrüßenswert.

Es besteht allerdings Bedarf, islamische Organisationen und Migrantenorganisationen dabei zu unterstützen, sich zu professionellen Akteuren im Bereich der Flüchtlingshilfe und -integration sowie der Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu entwickeln.

Gefördert werden sollen unter anderem:

  • Maßnahmen der Qualifikation im Bereich der Flüchtlingshilfe und -integration, um insbesondere Personen in islamischen Organisationen und Migrantenorganisationen fachlich und hinsichtlich ihrer organisatorischen Fähigkeiten bestmöglich für diese Tätigkeitsbereiche zu professionalisieren.
  • Maßnahmen der Unterstützung von Flüchtlingen durch integrationsfördernde Beratung vor Ort in oder unter Einbeziehung von islamischen Organisationen und Migrantenorganisationen.
  • Maßnahmen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs sowie der politischen Bildung mit Flüchtlingen von oder unter Einbeziehung von islamischen Organisationen und Migrantenorganisationen, die gesellschaftspolitisch relevante Themen (z.B. Vermittlung der Werteordnung des Grundgesetzes wie z.B. Gleichberechtigung von Mann und Frau, aber auch die Prävention von Antisemitismus und weiteren Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit) aufgreifen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und Polarisierung vorzubeugen.

2. Zielgruppen

Zielgruppen der Maßnahmen sind

  • zum einen Multiplikatoren wie auch Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe und -integration sowie der politischen Bildung insbesondere in islamischen Organisationen und Migrantenorganisationen
  • zum anderen unmittelbar neu Zugewanderte und Flüchtlinge, die einen Bedarf an kultur- bzw. religionssensibler Ansprache aufweisen.

3. Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen. Projektanträge von Migrantenorganisationen und islamischen Organisationen oder Projektanträge von Trägern, die eine Kooperation mit islamischen Organisationen und/oder Migrantenorganisationen anstreben (Tandems), werden bei Erfüllung der Fördervoraussetzungen bevorzugt berücksichtigt.

Von Vorteil sind Erfahrungen in der Projektdurchführung und mit den oben genannten Zielgruppen. Notwendige Fähigkeiten (ggf. durch Kooperationspartner) müssen nachgewiesen werden. Wenn möglich, sollte auf schon bestehendem Material und/oder früheren Projekten aufgebaut oder gegebenenfalls mit deren Trägern kooperiert werden.

4. Fristen und zuwendungsrechtliche Voraussetzungen der Projektförderung

Projektanträge, die bis zum 31.12.2016 eingereicht werden, werden bevorzugt geprüft. Allerdings können auch Anträge, die später eingereicht werden, Berücksichtigung finden. Die Zuwendung kann für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2017 beantragt werden. Die Haushaltsmittel stehen ausschließlich im Haushaltsjahr 2017 zur Verfügung.

Mehr Informationen zum Förderprogramm „Flucht und Islam“ der Deutschen Islam Konferenz finden Sie hier.

Quelle: Deutsche Islam Konferenz, www.deutsche-islam-konferenz.de

Advertisements