Freitags-Predigt vom 28.10.2016

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Gutes bewirken

Verehrte Gläubige!

Eines Tages wartete unser Prophet (s) zusammen mit seinen Gefährten auf das Eintreffen der Gebetszeit. Währenddessen traf eine Gruppe von Menschen ein. Es war ihnen anzusehen, dass sie bedürftig waren. Unser Prophet bemerkte ihre Situation und bat die Gemeinde nach dem Gebet, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu helfen und sich diesen Gästen gegenüber nicht gleichgültig zu verhalten. Nach einer kurzen Zeit kam einer der Gefährten mit einer Spende in seiner Hand in die Moschee. Daraufhin setzten sich auch die anderen in Bewegung und es wurde eine große Menge an Hilfsgütern gesammelt. Hierauf sah man die Freude des Propheten seinem strahlenden Gesicht an und der Prophet der Barmherzigkeit sagte:

“Wer gutes Verhalten bewirkt, bekommt sowohl für die eigene Tat Lohn bei Allah als auch für die Tat derjenigen, die sie ausführen. Und wer einen Weg für üble Taten ebnet, wird sowohl die Sünde der eigenen Tat als auch die Sünde derjenigen auf sich laden, die sie seinetwegen ausführen.”1

Mit dieser Aussage lobte unser Prophet diejenigen Gefährten, die gute Taten veranlassten. Gleichzeitig betonte er damit den Wert des Wetteiferns um gute Taten und warnte uns vor dem Schlechten und davor, Anlass zu schlechten Tat zu geben.

Meine verehrten Geschwister!

Mit dem Segen Allahs, unseres erhabenen Schöpfers, betrachten wir als Gläubige alle Dinge nach ihrer Weisheit und mit dem Ziel, eine Lehre daraus zu ziehen. Wir versuchen mit dem Bewusstsein eines Gläubigen zu denken und der Weitsicht eines Gläubigen zu sehen. Aber im Leben begegnen wir auch solchen Situationen, in denen wir nicht auf Anhieb erkennen, ob sie gut oder schlecht für uns sind. Aus diesem Grunde bitten wir Allah stets darum, dass er uns das Gute aller Dinge geben möge und nehmen bei ihm Zuflucht vor allem Bösen.

Denn unser Prophet hat uns geboten, stets Gutes zu tun und Anlass für Gutes zu sein. Mit seiner Aussage: “Wer Gutes bewirkt, erhält so viel Lohn bei Allah wie derjenige, der diese gute Tat ausführt”2, fördert er auch gleichzeitig, Vorreiter für gute Taten zu sein.

Wenn vom Bewirken guter Taten gesprochen wird, darf man nicht nur an Materielles denken. Denn das richtet sich nach dem Herzen und den Möglichkeiten jedes Einzelnen. Das Bewirken guter Taten kann manchmal sein, einem Fremden den Weg zu zeigen, oder jemandem in seiner Verzweiflung Hoffnung zu spenden. Manchmal kann das Gute auch im Bittgebet für unsere Geschwister in Not verborgen sein.

Meine geehrten Geschwister!

Wie im Vers “Helft einander zur Güte und Gottesfurcht, aber helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen”3 verdeutlicht wird, ist es Aufgabe des Gläubigen, sich selbst und unsere Geschwister zu jeglichen Gedanken, Worten und Handlungen anzuleiten, die uns zum Wohlwollen Allahs gelangen lassen.

Meine Geschwister!

Lasst uns demnach nicht nur gute Taten unterstützen, sondern uns darum bemühen, diese Dienste noch zu erweitern. Lasst uns auf der Seite der guten Taten stehen, damit wir mit guten Taten in Erinnerung bleiben. Lasst uns schöne und gute Handlungen vermehren, damit wir auch Gutes erreichen. Lasst uns unsere Predigt mit diesem Bittgebet unseres Propheten beenden: “O Allah! Ich bitte Dich um eine Zunge, die das Rechte spricht und um ein Herz, das sich Dir hingibt. Ich nehme bei Dir Zuflucht vor dem Schaden aller schädlichen Dinge und bitte Dich um das Gute in allen Dingen. Ich bitte Dich um Vergebung für all meine Sünden.”4

Die DITIB-Predigtkomission

1 al-Muslim, Zekat, 69
2 at-Tirmidhi, Ilim, 14
3 Koran, al-Maide, 5/2
4 at-Tirmidhi, Deawat, 23

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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