Freitags-Predigt vom 07.10.2016

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Der Monat Muharram und seine Ermahnungen

Werte Gläubige!‎

Es ist eine uns im Koran und in der Sunna mitgeteilte Realität, dass bestimmte Zeiten aufgrund der in ihr ereigneten Geschehnisse anders als sonstige Zeiten bewertet werden. Die Grundvoraussetzung dafür, dass diese Zeiten auch segensreich von den Menschen ausgeschöpft werden, hängt davon ab, dass sie diese Zeiten mit dem Bewusstsein des Dienstes an Gott (ibada) verbringen. Diese Zeit ist dann gesegnet und wertvoll, wenn sie mit dem Bewusstsein des Gottesdienstes verbracht werden.

Beispielsweise ist der Monat Ramadan aufgrund der Offenbarung des Koran in ihm und dass es der Fastenmonat ist, anders als die sonstigen Monate; der Freitag ist aufgrund des Freitagsgebetes anders als die sonstigen Tage; die Nacht der Bestimmung ist aufgrund des Beginns der Herabsendung des Korans in dieser Nacht anders als die sonstigen Nächte. Aufgrund der Ereignisse in ihm ist auch der erste Monat des islamischen Jahres anders als die sonstigen Monate.

Der Monat Muharram ist ein mit unzähligen Gaben und Weisheiten erfüllter und gesegneter Monat, den unser Prophet (s) als einen Monat beschrieben hat, der zu achten ist. Muharram ist zugleich der Monat des Leides und der Lektion; er erinnert uns an Kerbela, das uns unsere Herzen zerreißt.

Kerbela ist der Ort, wo Hüseyin (r) und mit ihm mehr als siebzig Gläubige den Märtyrertod erfuhren, obwohl Hüseyin derjenige war, den unser geliebter Prophet mit den Worten “Herr der Jugendlichen des Paradieses” lobte, der einer der beiden Söhne von Ali (r) und Fatima (r), sowie der Liebling der Gemeinschaft der Muslime war.

Ohne nach Rechtsschule und Lebensweise zu unterscheiden, zerreißt dieses tragische Ereignis seit Jahrhunderten die Herzen aller Muslime, die unseren Propheten und seine gesegnete Familie lieben.

Meine verehrten Geschwister!‎

Als Angehörige einer Religion, die die Geschwisterlichkeit und den Frieden bevorzugt, sind wir an diesen Tagen am meisten angewiesen auf die Einheit, Eintracht und den Frieden. Und um das nochmalige Widerfahren desselben Leides zu verhindern, sind wir mehr denn je darauf angewiesen, die Ereignisse des Monats Muharram richtig zu deuten, Lehren daraus zu ziehen und positive Schlussfolgerungen daraus abzuleiten.

Aus diesem Grund haben wir es nötig, uns entsprechend des Gebotes Allahs zu verhalten: ‎‎„Und seid nicht wie jene, die auseinander gingen und uneinig wurden, nachdem die klaren Beweise zu ihnen gekommen waren…“.1 Ebenso haben wir es nötig, uns ganz fest an die Ermahnung unseres Propheten zu halten: „Hegt keinen Hass gegeneinander, hegt keinen Neid gegeneinander und kehrt euch gegenseitig nicht den Rücken zu. O Diener Allahs! Seit Geschwister!“2

Geehrte Gläubige!‎

Alle unterschiedlichen Zeiten sind jeweils eine Gabe von Allah an die Menschen. Auch den Monat Muharram sollten wir als eine Gelegenheit und Gabe anerkennen und ausgiebig ausschöpfen, um das Gefühl der Liebe, Geschwisterlichkeit und Einheit unter den Muslimen zu stärken.

Aus diesem Anlass wünsche ich von Allah, dem Erhabenen, dass der Monat Muharram alle Muslime zum Guten führen und ihnen Glück bringen möge.

İbrahim Özcan
Religionsbeauftragter, DITIB Feuchtwangen Moschee

1 Koran, Al-i Imran, 3/105
2 al-Buhari, Adab, 62; al-Muslim, Birr, 23

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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