Freitags-Predigt vom 13.05.2016

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Die Kommunikationswelt und Wir

Meine verehrten Geschwister!

Im gnadenreichen Koran teilt uns unser erhabener Herr Allah mit, dass er uns Menschen in der schönsten Gestalt erschaffen1 hat, uns so viel Gaben geschenkt und Möglichkeiten gegeben hat, dass wir sie nicht aufzählen2 können, sowie uns die Dinge beigebracht3 hat, die unser weltliches und jenseitiges Glück gewährleisten werden.

Geehrte Gläubige!

Aufgrund der kognitivien Fähigkeit des Menschen und der Begabung zur Produktion werden sehr rasante Entwicklungen im technologischen Bereich verzeichnet. Es geht so weit, dass – basierend auf Internet – wir durch die Kommunikationsnetzwerke in den sozialen Medien Bekanntschaften mit Menschen aus allen Regionen der Welt  schließen können und finden die Möglichkeit, uns an der Freude sowie Trauer der Freunde mitzubeteiligen.

Gebunden an den Willen und die Absicht des Menschen bergen die sozialen Medien neben ihren Möglichkeiten auch Risiken. Obwohl die sozialen Medien in den Bereichen des Informationsaustausches und der Erleichterung des menschlichen Lebens eingesetzt werden sollten, hat es sich – wie wir leider beobachten – zu einer Plattform entwickelt, in der Zwietracht, Nachrede, Lüge, Verleumdung, Argwohn, sowie die Reklame der getragenen Kleidung oder der eingenommenen Speisen gemacht werden und Zeit vergeudet wird. Sogar ist zu beobachten, dass es einiges an willkürlich Geteiltem in den sozialen Medien gibt, obwohl sie die intimsten Bilder unseres realen Lebens wiederspiegeln.

Meine geehrten Geschwister!

Eine muslimische Person sollte die Regeln wie Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Charakter, Anstand und Anstand, die man sich im realen Leben zu eigen gemacht hat, auch in der virtuellen Welt darlegen. Mit dem Vers: “Kein Wort äußert der Mensch, ohne daß bei ihm ein beobachtender [und aufzeichnender] Engel bereit wäre.”4 wird uns verdeutlicht, dass wir jederzeit unter der Beobachtung und Aufsicht des erhabenen Herren Allah stehen.

Wiederum gebietet unser erhabener Herr Allah gebietet im gnadenreichen Koran: “Und verfolge nicht das, wovon du kein Wissen hast. Gewiß, Gehör, Augenlicht und Herz sind davon verantwortlich.”5, dass man sich von der Verbreitung von auf Zweifel beruhenden Nachrichten und Informationen fernhalten sollte. Wie im realen Leben sollte der Muslim auch im Umfeld der sozialen Medien seine Identität so darlegen, dass aus seiner Hand und Zunge niemand einen Schaden erleidet.

Im Koran werden diejenigen ermahnt, die hasserfüllt gegenüber den Menschen oder ohne die Quelle der Nachrichten zu erforschen Gerüchte und Verleumdung verbreiten. Schließlich ermahnt der erhabene Allah in einem gnadenreichen Vers zu Verleumdungen und Gerüchten, die die Würde und Ehre der Menschen abzielenden: “Und diejenigen, die den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen Leid zufügen für etwas, was sie nicht begangen haben, laden damit Verleumdung und offenkundige Sünde auf sich.”6

Ich beende meine Predigt mit einem Hadis unseres geliebten Propheten (s): “Der Muslim ist derjenige, vor dessen Hand und Zunge die Menschen sicher sind.”7

In der Hoffnung, dass auf allen Bereichen des Lebens entsprechend dieser Prinzipien zu handeln gratuliere ich zu ihrem gesegneten Freitag.

Ömer Akyürek
Religionsbeauftragter El-Aksa Moschee, Köln-Meschenich

1 Koran, at-Tin, 95/4
2 Koran, Ibrahim, 14/34
3 Koran, al-Alaq, 96/5
4 Koran, Qaf, 50/18
5 Koran, al-Isra, 17/36
6 Koran, al-Ahzab, 33/58
7 at-Tirmidhi, Iman, 12

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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