Freitags-Predigt vom 22.04.2016

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Die Bedeutung der Gattenwahl in der Ehe

Meine verehrten Geschwister!
Unendlicher Lob und Dank sei unserem Herren Allah, der uns aus unserer eigenen Gattung Gattinnen schenkte und uns von ihnen Kinder gab, die das Licht unserer Augen sind. Der Gruß Allahs als schönster Gruß, seine Barmherzigkeit, sein Segen und seine Vergebung seien auf sie. Sei ihr Freitag gesegnet.

Meine werten Geschwister!
Im rezitierten Vers sagt unser erhabener Herr Allah: “Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß er aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.”1

Der Ehebund ist ein gesellschaftliches Ereignis, der die Fortführung der menschlichen Nachfahrenschaft auf legale Art gewährleistet. Aus diesem Grund war die Gattenwahl schon immer einer der wichtigsten Entscheidungen im Menschenleben. Auch wenn sich die Gattenwahl von Person zur Person, von Region zur Region, von Kultur zur Kultur und von Glaube zum Glauben Unterschiede aufweisen, können wir feststellten, dass bei allgemeiner Bewertung der Ehebund von Personen noch länger und intakter ist, die in vielen Bereichen gemeinsame Nenner, gemeinsamen Glauben und gemeinsame Kommunikationssprache verwenden.

Geehrte Gläubige!
Worauf also sollten wir bei der Gattenwahl achten? Was sind die goldenen Regeln für die Auswahl der Gattin oder des Gatten?

Ohne Zweifel ist Liebe die wichtigste und grundlegendste Bedingung der Ehe. Egal wie sinnvoll und rational auch die Partnerschaften sein mögen, können sie ein Leben lang ohne Liebe nicht fortdauern. Die Annäherung “lass sie heiraten, später werden sie sich lieben” ist Nichts außer einem Abenteuer, in das man sich stürzt, das mit Leiden enden wird. Allerdings ist auch allein das Verständnis “Ich liebe, der Rest ist unwichtig!” für die Fortführung der Institution Familie als ein wichtiger Teil des Sozialstruktur auch nicht ausreichend. Denn bei den Eheschließungen sollte auch auf die paritätische Ausgewogenheit geachtet werden. Die Ausgewogenheit (kufuw), die mit der Redewendung “Clan zu Clan, Charakter zu Charakter” ausgedrückt wird, ist für behagliche und glückliche Eheschließungen und deren Fortführung sehr wichtig.

Die in Liebe zusammengekommenen Eheleute sollten ihr Nest auf Grundlage einer stetigen respektvollen Gemeinschaft aufbauen. Die Atmosphäre der Liebe und des Respekts ist an den Charakter und die Tugendhaftigkeit der beiden Eheleute gebunden. Aus diesem Grund ist gemäß der Aussage unseres Propheten “Charakter und Tugendhaftigkeit” das wichtigste bei der Ehe, worauf geachtet werden sollte. “Eine Frau wird aufgrund von vier Dingen geheiratet; Besitz, Abstammung, Schönheit und  Religiosität. Wähle diejenige aus, die religiös ist, damit du gesegnet wirst.”2

Hochgeschätzte Gläubige!
Sie sozialen Medien sind zu einem Element geworden, die die Ehegemeinschaft und das Familienglück am meisten bedrohen und den Willen der Menschen zunehmend in Gefangenschaft nehmen; Sie sind voll mit traurigen Geschichten der Menschen, die in ihre künstlichen, kurzlebigen und maskierten Beziehungsmaschen verfallen sind.

Aus diesem Grund ist bei Eheschließung auch auf die Kennenlern- und Bekanntschaftsphase zu achten. Deshalb sind Zeremonien wie Verlobung und Henna-Abend eigentlich Prozesse, die das gegenseitige Kennenlernen für die heiratenden Eheleute sowie ihre Familien ermöglichen. Bei diesen Zusammenkünften sollte größte Acht darauf gegeben werden, dass vor der Eheschließung keine Situationen entstehen, womit Allah nicht zufrieden ist. Es darf nicht vergessen werden, dass wenn die seitens des Menschen mit den eigenen Händen aufgebaute beste Institution der Ehe ohne den Schutz Allahs bleibt, folglich auch Grund für das Erleben unendlicher Reue und Schmerzen sein wird.

O Allah, gib unseren Häusern Frieden und Glück. Schenke uns allen gute, gläubige und freudenbereitende Gattinnen und Kinder. Amin

Yaşar ARSLAN
Religionsbeauftragter Ayasofya Moschee, Dortmund Scharnhorst

Tekin DEMİR
Religionsbeauftragter Ulu Moschee Dortmund Eving

1. Rum, 30/21
2. Buhari, Nikah,15

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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