Freitags-Predigt vom 20.11.2015

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Die Religion als Zielscheibe des Terrorismus: Der Islam

Verehrte Muslime!

Im rezitierten Vers gebietet unser erhabener Herr Allah: „Diejenigen, die das diesseitige Leben dem Jenseits vorziehen und die Menschen vom Wege Allahs abhalten und wünschen, dass dieser Weg nicht gerade ist, sind völlig im Irrtum.“Im zitierten Hadis sagt der Gesandte Gottes Muhammed (s): „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Worten und Taten sich die Muslime sicher sind. Der Gläubige ist derjenige, dem die Menschen ihre Güter und sich selbst anvertrauen können.“

Meine verehrten Geschwister!

Unser erhabener Herr Allah hat durch unseren Gesandten Muhammad (s) die Botschaft des Islam an die ganze Menschheit verkündet. Das Fundament dieser göttlichen Verkündigung ist, an die Existenz und Einheit Gottes zu glauben, ihm nichts beizugesellen und nur ihm zu dienen. Diese Botschaft sieht in seinem Wertesystem nicht das Töten vor, sondern das Leben lassen; nicht das Unterdrücken, sondern die Rechte der Anderen zu bewahren; nicht der Unwahrheit sondern der Wahrheit zu folgen; sich nicht die Obszönität, sondern den Anstand sowie die tugendhafte Einstellung anzueignen. Diese Botschaft rät zum Wissen und zur Weisheit, nicht zur Unwissenheit. Diese Botschaft lehrt nicht den Krieg sondern den Frieden, sie lehrt nicht Terror und Erbarmungslosigkeit sondern Gewissenhaftigkeit und Barmherzigkeit; sie lehrt nicht Wirre und Verschwörung sondern Frieden und Sicherheit. Diese Botschaft nimmt das Prinzip Verantwortung anstelle von Willkürlichkeit; solidarisches Teilen anstelle von Egoismus und das Zusammenschweißen anstelle von Auseinanderdividieren als Grundlage.Doch obwohl der Islam alle Wahrheiten an die Menschheit verkündete, haben sich Manche mit der Zeit als die einzigen Inhaber der Wahrheit darstellend behauptet.

Meine Geschwister!

Heutzutage wird versucht, die ganze Unmenschlichkeit, Gewissenlosigkeit und Ungerechtigkeit, die in unserer modernen Zeit herrschen, dem Islam und den unschuldigen Muslimen in die Schuhe zu schieben. Es wird ein negatives Islambild und eine negative Wahrnehmung des Islam produziert, indem die islamische Religion mit gemeinen Menschen in einem Atemzug erwähnt wird, deren Gewissen und Menschlichkeit verunreinigt sind und deren Herzen niedergegangen sind und die Terror und Gewalt ausüben. Es wird versucht das positive Ansehen unserer Religion zu vernichten sowie Angst und Furcht in den Herzen der Menschen hervorzurufen. Diejenigen, die heute im Namen der Religion unschuldige Menschen, Frauen, Greise und Kinder erbarmungslos töten, ermorden eigentlich die Menschheit. Es ist sehr bedauernswert, dass die wichtigste Devise des Islam, das Takbir, also Allahu Akbar, für diese Gewissenlosigkeiten missbraucht wird. Eigentlich werden nicht nur unschuldige Menschen in Ankara, in Paris, in Beirut, in Bagdad, in Nigeria und weltweit getötet, sondern auch die edlen Werte des Islam, die als Gnadenerweis für die Welt bestimmt und offenbart ist.

Meine Geschwister!

Unter dem Deckmantel der Religion  instrumentalisieren und nutzen heutzutage Mordnetzwerke die durch Jahre entstandene und aufgestaute Wut, die gedemütigte Ehre und die unerfüllten Träume aus. Doch sie nutzen heutzutage die gleichen Methoden wie die Mongolen, die wir als diejenigen aus ihren schmerzvollen Erzählungen aus der Geschichte kennen, die alles verbrannt und zerstört und somit folglich unsere Zivilisation zerstört haben. Diejenigen, die die unschuldigen Menschen dieser Welt dazu drängen, sich einen Tod aus den mannigfaltigen Arten des Todes auszuwählen, greifen somit eigentlich alle menschlichen Werte an. Doch wir wissen, dass die Täter -auch wenn sie weiterhin das Takbir lauthals aussprechen und auch wenn sie sich aus der niederwerfenden Position im Gebet nicht aufrichten- auf keinen Fall einen Bezug zum Islam und gar nichts mit dem Islam zu tun haben. Denn diejenigen, die diese Gräueltaten gegenüber den Menschen und der Menschheit verwirklichen und sie dazu anstacheln, haben weder Respekt vor Allah, noch kann ihre Angehörigkeit zu irgend einer Religion Thema sein. Der Islam hat die Grundlage und das Prinzip des Gewissens und der Barmherzigkeit in jeden Lebensbereich adaptiert. Sogar in den schwierigsten Zeiten hat der Islam keine Erlaubnis für Ungerechtigkeit, Gewalt und Unrecht erteilt.

Meine Geschwister!

Lassen sie uns dann an die mit Barmherzigkeit gefüllten Botschaften des Islam fest anklammern, damit wir im Diesseits Frieden und Errettung im Jenseits erlangen. Lassen sie uns für unsere Kinder und Jugend eintreten.  Lassen sie uns ihnen unseren Glauben und unsere Werte richtig lehren. Lassen Sie uns niemals die Suche nach und die Deutungshoheit der authentischen religiösen Informationen aufgeben. Lassen sie uns keine religiösen Informationen annehmen ohne sie auf ihre Richtigkeit hin geprüft und untersucht zu haben. Lassen sie uns bemühen, die Barmherzigkeit des Islams in bester Art und Weise zu vertreten. Mit diesem Bittgebet beende ich meine Predigt: „O Allah! Wir bitten dich darum, unser Wissen und Erkenntnisvermögen zu vermehren und mache uns zu deinen aufrichtigen Dienern.“

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

Advertisements