Muslime wollen Flüchtlingen helfen

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Islamische Religionsgemeinschaften wollen sich stärker in der Flüchtlingshilfe engagieren. Dabei sei das Misstrauen gegenüber muslimischen Helfern ein großes Hindernis.

Die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland würden sich laut einem Bericht der „Welt“ (Donnerstag) gerne stärker in der Flüchtlingshilfe engagieren. Doch ihnen stehe ein großes Hindernis im Weg, betonte Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrats: „Gehen unsere Mitarbeiter direkt zu Flüchtlingsheimen, begegnet man ihnen dort teils mit purem Misstrauen. Die Helfer denken dann offenbar, unsere Freiwilligen seien Extremisten.“ Diese Umstände behinderten die Zusammenarbeit enorm. Es gäbe aber auch positive Erfahrungen, vor allem in der Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt. „Einige Stellen der Arbeiterwohlfahrt haben unsere Angebote zur Zusammenarbeit angenommen. Die Kommunikation mit der Einrichtung ist immer sehr angenehm.“

Bereits seit einigen Monaten setzt sich die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) für Flüchtlinge ein. Die Moscheegemeinden der IGMG möchten beispielsweise über 4.000 Flüchtlinge in ihren eigenen vier Wänden aufnehmen. Erstmals wurde auch die Kurban-Kampagne der IGMG auf Deutschland ausgeweitet.

Auch Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), berichtete von einem spürbaren Misstrauen gegenüber islamischen Religionsgemeinschaften. Dabei seien die Einrichtungen in der Flüchtlingskrise enorm wichtig. ZMD-Vorsitzender Mazyek zählte in der „Welt“ auf, was die rund 300 Moscheegemeinden leisteten: „In unseren Gemeinden setzen sich Seelsorger, Imame, Übersetzer und Integrationslotsen für die bedürftigen Flüchtlingen ein.“

Klar sei aber auch, was fehle. „Wir können keine großen Sprünge machen“, gesteht Mazyek ein. „Uns fehlen die Strukturen, die etwa die Diakonie oder die Caritas haben, um das Ausmaß unserer Hilfe zu vergrößern.“ Jede Gemeinde helfe vor sich hin, einen koordinierenden Überbau für alle islamischen Einrichtungen in Deutschland gebe es nicht. (KNA,iQ)

Quelle: Islamiq, www.islamiq.de // Originaltitel des Artikels: Islamische Religionsgemeinschaften wollen helfen

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