Freitags-Predigt vom 25.09.2015

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Dankbarkeit–unsere Aufgabe als Diener Allahs

Verehrte Geschwister!

Als das ehrenhafteste Wesen auf Erden hat der erhabene Allah dem Menschen eine besondere Bedeutung beigemessen. Er ehrte uns diesbezüglich auch mit zahllosen materiellen und spirituellen Gaben.

Unser Herr Allah, der alle Geschöpfe erschaffen hat, ist hinsichtlich Seiner Großzügigkeit unvergleichlich. Seine Gaben, mit denen Er uns Tag und Nacht beschert, sind unzählbar und unendlich. Das Wasser, das wir trinken; die Speisen, die wir kosten; von den Fahrzeugen und technischen Produkte, die wir nutzen, bis zur Kleidung, die wir anziehen, sind alles Geschenke Allahs für uns. Unsere Augen, Ohren, Herzen, Hände, Füße, unser Verstand und unsere Gesundheit; alle sind Bescherungen und Gaben Allahs.

Verehrte Geschwister!

Wie sehr wir uns auch bei Allah bedanken für unser Leben, unsere Kinder, Häuser, Unterkunft, Hab und Gut, kurz gesagt, für alles, das Er uns gegeben hat; Ist unser Dank an Allah nicht wenig für all diese Gaben? Eigentlich ist das Bedürfnis der Danksagung ein Erfordernis entsprechend der natürlichen Veranlagung des Menschen. Kann man sich denken, dass  der Mensch gegenüber Seinem Schöpfer keinen Lob und Dank erweist, der ihm all diese Gaben schenkte, während doch jeder Mensch, der seine reine natürliche Veranlagung bewahrt, sich in seinem Gewissen bereits bei einer winzigen Kleinigkeit gegenüber den Menschen zum Danken schuldig fühlt?

Gegenüber all Seinen Gaben erwartet unser erhabener Herr Allah von uns nichts Anderes als sich mit einem reinem Herzen Ihm zuzuwenden, den Wert Seiner Gaben zu schätzen und Ihn dankend anzubeten. Dazu sagt Allah im Koran folgendes: „O ihr, die ihr glaubt, esset von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgt haben, und seid Allah dankbar, wenn ihr Ihm allein dient.“1

Es ist dieses Gefühl des Dankens an Allah, das unseren geliebten Propheten (s) zu so viel Gebet verleitete, wodurch sogar seine Füße anschwellten. Was für eine Freude für uns, dass wir zur Gemeinschaft eines Propheten angehören, der nie aufhörte, Seinem Herrn zu danken, der bemüht war, stets ein dankbarer Diener zu sein und zudem als er zu dieser Situation gefragt wurde, entgegnete: „Soll ich denn nicht ein dankender Diener Allahs sein?2, obwohl ihm all seine Sünden vergeben wurden.

Schauen Sie bitte, wie unser geliebter Prophet (s) über die Dankbarkeit gegenüber Allah als eine der Haupteigenschaften eines Muslimen berichtet: „Jede Situation eines Gläubigen ist für ihn ein Grund zum Guten (khayr). Solch eine Situation gibt es nur für den Gläubigen: Wenn er sich freut, so ist er Allah dankbar; Dies ist Gut (khayr) für ihn. Wenn ihm etwas Schlimmes zustößt, so duldet er dies; Das ist auch Gut für ihn.“3

Verehrte Geschwister!

Eigentlich stellt Dankbarkeit ein Frömmigkeitsbewusstsein und ein Lebensstil dar. Gemäß den Aussagen des Korans ist sie eine Notwendigkeit für die Frömmigkeit gegenüber Allahs. Dennoch sagt Allah, dass: „nur wenige von Seinen Dienern dankbar“4 sind. Er gebietet uns, von den aufgezeigten zwei Wegen des „Lobes und der Dankbarkeit“ und andererseits des „Unglaubens und der Undankbarkeit“, uns stets am Weg der Dankbarkeit festzuklammern und ein dankender Diener zu sein.

Die Erlösung von Selbstsucht, Habgier und unkontrollierter Konsumgier sind sehr wichtig, die die moderne Welt uns vorgibt, die jedoch den ethischen und sozialen Werten des Islam von Grund auf widersprechen. Sich davon zu erlösen sowie diese Probleme zu bewältigen, die unsere Frömmigkeit negativ beeinträchtigen, wird nur dann möglich sein, wenn wir die ethischen Grenzen des Islam beachten und ein dankbarer Mensch sind.

Ich beende meine Predigt mit dem Bittgebet unseres geliebten Propheten (s). „Oh Allah! Hilf uns, Dich lobpreisend zu gedenken, dankbar gegenüber Deinen Gaben zu sein und Deiner Erhabenheit entsprechend Dich anzubeten.“5

Ich danke Allah dafür, dass Er uns dieses Opferfest wieder erleben lassen hat. Ich gratuliere all den Geschwistern, mit denen wir uns bisher noch nicht gegenseitig beglückwünschen konnten. Ich gratuliere ebenso zu Ihrem Freitag.

Irfan Kutbay
Religionsbeauftragter, Marktredwitz

1. Koran, al-Baqara, 2/172
2. Al-Bukhari, Tehedschdschud, 6
3. Al-Muslim, Zühd,64
4. Koran; as-Saba, 34/13
5. Ebu Davut, Witir, 26

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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