Freitags-Predigt vom 21.08.2015

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Thema: Hoffnung für Unterdrückte sein können

Verehrte Gläubige!
Im rezitierten Vers gebietet unser erhabener Herr Allah: “Und haltet allesamt an Allahs Seil fest und zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnadenerweise Allahs euch gegenüber als ihr Feinde wart und Er eure Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet…”1

Im rezitierten Hadith sagt unser geliebter Prophet: “So wie bei Krankheit eines Organs sich die anderen Organe des Körpers mit Schlaflosigkeit und Fieber für diesen einsetzen, siehst Du die Gläubigen – wie dieser Körper- bei der Erweisung gegenseitiger Barmherzigkeit, Liebe und Gnade in einer Einheit.”2

Geschwister!
Ständig erreichen uns herzzerreißende Nachrichten aus den verschiedenen Orten der islamischen Welt. Als islamische Welt ersticken wir im Wirbel all dieser Zersplitterung. Auf der einen Seite sind wir den Angriffen und der Bedrohung von Charidschiten ausgesetzt, auf der anderen Seite erschüttern uns Blut, Augentränen, Wehklagen und Seufzer. Weltliches Verlangen, Stärke und Machtbegierde lässt die Geschwister untereinander erschlagen. Wie betrübend ist es, dass die Angehörigen einer Religion mit Gewalt, Auseinandersetzung, Tötung und Massakern erwähnt werden, obwohl diese Religion das Töten eines Menschen wie die Tötung der ganzen Menschheit missbilligt.

Geehrte Geschwister!
An unterschiedlichsten Orten in der Welt sterben jeden Tag Dutzende Menschen bei Angriffen gegenüber unschuldigen Menschen. Der Brand in unseren Herzen steigt zum Himmel empor. Jeder Tropfen Blut, jeder Tropfen Augenträne, die aus dem Auge des Unterdrückten fällt, zerreißt unsere innere Welt.

Werte Geschwister
Muslime versinken nicht in Hoffnungslosigkeit und das darf auch nicht sein. All diese negativen Dinge werden sicherlich vergehen. Vorausgesetzt der einheitliche Geist unter uns bleibt fortbestehen und wir unsere Hand für Unterdrückte, Unschuldige und Benachteiligte ausstrecken. Lassen Sie uns nicht vergessen, dass das Schweigen gegenüber Unterdrückung mit der muslimischen Moral nicht vereinbar ist. Unser Prophet warnte solche Personen mit seinen folgenden Überlieferungen: “Ohne Zweifel wird der Helfer von Ungerechtigkeit Allahs Zorn spüren.”3 “Wenn die Menschen einen Tyrannen sehen und seine Ungerechtigkeit nicht verhindern, ist es unausweichlich, dass alle eine allgemeine Pein Allahs sie trifft.”4

Liebe Geschwister!
Unsere Aufgabe ist es, nicht bei Seite des Unterdrückers zu sein, sondern jederzeit bei Seite des Unterdrückten und der Opfer zu sein. Unser Prophet Muhammed (s) gebietet: “Der Muslim ist Bruder und Schwester des Muslimen. Er unterdrückt ihn nicht, lässt ihn nicht hilflos da und missachtet ihn nicht.”5 Wo immer auch in der Welt es sein mag, bedeutet das Schweigen gegenüber Unterdrückung, die Verwehrung der Hilfe für Unterdrückte sowie Unschuldige das Fernbleiben von dieser prophetischen Lehre. Im Bewusstsein, dass es einen direkten Zugang ohne Hindernis der Bittgebete der Unterdrückten und Allah gibt, ist es gegenüber diesen Ereignissen unsere Aufgabe, sie ideell und geistig zu unterstützen.

Geschwister!
In Anlehnung an die unterdrückten, benachteiligten, verwaisten, alleinstehenden, heimat- und obdachlosen Unschuldigen öffnen wir unsere Hände und bitten: Unser Allah! Lass uns nicht unsere Menschheit vergessen sondern menschlich leben und leben lassen. Unser Allah! Errette die islamische Welt vor Ausgerasteten Personen, Terrororganisationen, der konfrontierten Wirre, den Konflikten unter den Rechtsschulen, Unwissenheit, fließendem Blut und fließenden Tränen. Lass uns erinnern, dass wir uns einander anvertraut sind und lass uns erneut eine geehrte Gemeinschaft werden. Nimm unsere Bittgebete zu dieser gesegneten Zeit an.

Die Predigtkomission

1 Koran, Al-i Imran, 3/103
2 Bukhari, Edep, 27
3 Abu Davud, Qada, 14
4 Abu Davud, Melahim, 17
5 Muslim, Birr und Sıla, 32

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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