Freitags-Predigt vom 06.03.2015

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Thema: Die Bedeutung der Frau im Islam

Verehrte Geschwister!
Als unser Prophet sich für die Abschiedspilgerfahrt nach Mekka auf den Weg machte, befanden sich auch Frauen in der Reisegruppe. Ein junger Mann namens Endschesche, der für die Ordnung innerhalb der Karawane zuständig war, las mit voller Begeisterung Gedichte und nebenbei sang er mit seiner schönen Stimme. Dies führte zur Aufregung der Kamele und somit zum Anstieg ihrer Geschwindigkeit, weshalb sich die Frauen auf ihnen unwohl fühlten. Unser Prophet hat sich dazu verpflichtet gefühlt, ins Geschehen einzugreifen, um die Frauen vom Rütteln zu befreien. Mit folgenden vornehmen Aussagen rief er dem jungen Mann zu: „O Endschesche, beruhige dich! Trage die Kristalle mit Vorsicht!“1 Der Prophet der Güte wies mit dem Gleichnis des Kristalls auf das empfindliche Wesen der Frau hin, wie wertvoll sie ist und wie sorgfältig man sie behandeln sollte.

Meine Geschwister!
Der erhabene Allah hat den Menschen, den geehrtesten Geschöpfen der Welten, aus einem einzigen Wesen erschaffen.2 Er hat die Ehre und die Verantwortung, Mensch zu sein, sowohl der Frau als auch dem Mann verliehen. Aufgrund dieser Verantwortung und dieses Wertes besitzen die Frau und der Mann vor Allah die gleiche Bedeutung. Denn unser Herr Allah spricht: „Wer aber, sei es Mann oder Frau, etwas an rechtschaffenen Werken tut, und dabei gläubig ist, jene werden ins Paradies eingehen und es wird ihnen nicht im geringsten Unrecht zugefügt.“3 Somit sind alle Menschen, ob Mann oder Frau, Allahs Diener. Das Wichtige ist es, sich dieser Dienerschaft bewusst zu sein und das Leben im Bewusstsein der gegenseitigen Verpflichtungen und der Verantwortungen fortzuführen.

Mit seiner Aussage: „Die Frau und der Mann sind zwei einander vervollständigende gleichwertige Teile eines Ganzen“4 hat auch unser Prophet ausgeführt, dass die Frau oder der Mann ohne das Vorhandensein des Anderen jeweils unvollständig sein werden. Folglich sind die Frau und der Mann zwei getrennte Werte, die gemeinsam eine gesunde und friedvolle Gesellschaft aufbauen und die sich gegenseitig schützen und beieinander Ruhe finden.

Verehrte Geschwister!
Der Prophet der Barmherzigkeit hat sogar heute zu beneidende unzählige Bemühungen angestellt, damit die Frau eine angesehene Stellung innerhalb der Gesellschaft erlangt. Trotz der ganzen Erbarmungslosigkeit jener Zeitepoche gegenüber der Frau, beschützte er stets die Würde der Frau und hat er diejenigen nachdrücklich daran ermahnt, die Gewalt gegenüber den Frauen anwendeten. Seine Verhaltensweisen gegenüber den Frauen sind voll mit Beispielen von Güte, Barmherzigkeit, Höflichkeit und Verständnis. Er teilte die Aufregung und Schwierigkeit der Konfrontation mit der Offenbarung zuallererst mit seiner Frau Hadidscha, die Inbegriff der Treue ist. Er erwies seiner Milchmutter Halima großen Respekt und erzog seine Tochter Fatima mit Liebe und Güte. Seine Enkelin Umame auf seine Schultern nehmend betete er seinen Gefährten das Gebet vor. „Die besten unter euch sind diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln“5 sagend, stellte unser Prophet sowohl als Ehemann, als Vater wie auch als Sohn das beste Vorbild hinsichtlich des Verhaltens gegenüber der Frau dar.

Meine Geschwister!
Gemäß unserem Glauben ist die Frau eine Ehefrau, die Allah uns anvertraut hat; oder sie ist eine Mutter, unter dessen Füßen das Paradies ausgelegt ist; oder sie ist eine Tochter, die von der Barmherzigkeit Allahs umhüllt ist oder sie ist ein Wesen, das von Allah geehrt ist. Aus diesem Grund verdient die Frau jegliche Art von Respekt und Achtung. Frauen zu beleidigen, sie zu schlagen und zu benachteiligen oder ihnen gegenüber Unrecht zu tun, ist mit unserem Glauben nicht vereinbar.

Meine Geschwister!
Es ist so traurig, dass heutzutage fast auf der ganzen Welt Frauen an Unterdrückung, Gewalt und Brutalität leiden. Diese schändlichen Verhaltensweisen, die die Würde und Ehre der Frau verachten, sind auf Unwissenheit, Erbarmungslosigkeit, das Fehlen von Gewissenswerten, aber vielmehr auf das Sich-Entfernen von der Menschlichkeit zurückzuführen. Noch schlimmer ist Versuch, diese Tatsachen der falschen Handlungen und Verhaltensweisen mit dem Islam verbinden zu wollen. Denn keine Herangehensweise, keine Vorstellung, keine Tradition und kein Glaube, das Tyrannei und Gewalt toleriert, kann einen Platz im Koran und in der Sunna finden. Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere erhabene Religion, der Islam und dessen Prophet es für die Vervollkommnung unseres Glaubens notwendig erachten, dass wir uns gegenüber unseren Frauen und Kindern gut verhalten.

Die Predigtkomission

1. Bukhari, Edeb, 111
2. Koran, al-Araf, 7/189
3. Nisa, 4/124
4. EbuDavud, Taharet, 94
5. Tirmizi, Rada, 11

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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