Freitags-Predigt vom 30.01.2015

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Thema: Sich vor verwerflichen Neuerungen (Bid´at) hüten

Verehrte Muslime!

Im rezitierten Vers, sagt unser Herr Allah folgendes: „Und dies ist Mein gerader Weg. So folgt ihm; und folgt nicht den (verschiedenen) Wegen, damit sie euch nicht weitab von Seinem Weg führen. Das ist es, was Er euch gebietet, auf dass ihr gottesfürchtig sein möget.”1 Und im rezitierten Hadith unseres Propheten heißt es folgendermaßen: „Das beste Wort ist das Buch Allahs. Der beste Weg ist der Weg des Muhammed. Das Schlimmste der Taten sind die zu späteren Zeiten hervorgebrachten verwerflichen Erneuerungen (Bid´at – Bid’a). Jede verwerfliche Neuerung ist eine Abirrung und eine Entartung.“2

Verehrte Muslime!
Als „Bid’a“ werden solche Dinge genannt, die nicht im Wesen der Religion sind und dennoch im Nachhinein entstandene und praktizierte Neuerungen, die dem Koran und der Sunna widersprechen.

Anders ausgedrückt sind es mit dem Islam nicht vereinbare und nutzlose Auffassungen und Meinungen, die den klaren Anweisungen des Koran, der Sunna des Propheten, den allgemeinen Ansichten seiner Gefährten, ihrer Nachfolger und der islamischen Gelehrten konträr widersprechen und die sich nach dem Propheten im Nachhinein etabliert haben.

Aberglaube (Hurafe) werden falsche Denk- und Handlungsweisen genannt, die gemäß der Wissenschaft und der Logik kein Fundament haben und mit dem Eingottglauben (Tevhid) unserer erhabenen Religion nicht vereinbar sind. Es sind Dinge, die nicht zur Natur der Religion gehören, aber der Versuch unternommen wird, diese -sei es bewusst oder unbewusst- so darzustellen, als ob sie zum Wesen der Religion gehören würden.

Verehrte Geschwister!
Unsere erhabene Religion, der Islam, hat die erforderlichen Prinzipien für die Erarbeitung von Lösungen der Probleme artikuliert, der die Menschheit bis zum Jüngsten Tag begegnen kann, und ist seit dem Anbeginn in Auseinandersetzung mit den verwerflichen Neuerungen, die dem Wesen der Religion widersprechen und im Nachhinein entstanden sind. Trotzdem ist manchmal zu beobachten, dass versucht wird, dass diese dem Wesen des Islam wiedersprechenden verwerflichen Neuerungen (Bid´a) und Aberglauben am Leben zu erhalten, als ob sie zum Wesen des Islam dazu gehörten.

Viele der verwerflichen Neuerungen wie insbesondere Opfergelübde für Grabmäler zu machen und falsche Hoffnungen und Wünsche gegenüber Toten zu formulieren, Stoffteile an solche Orte anzubinden, den Hellsehern und Wahrsagern zu glauben, das blaue Auge anzubringen, um sich vor bösen Blicken zu schützen, das Bleigießen, von bestimmten Dingen Glück oder Unglück zu erwarten, während des Leichenzugs zu applaudieren und Blumen auf den Sarg zu werfen… und ähnliche Dinge haben mit den erhabenen Lehren des Islam und dem monotheistischen Glauben (Tevhid) nichts, aber auch gar nichts mit dem Islam zu tun.

Denn gemäß dem islamischen Glauben werden die Bittgebete allein an den erhabenen Allah gerichtet. Es ist erforderlich, ihn anzubeten und nur von Ihm Hilfe zu erhoffen. Diese Tatsache gestehen wir ohnehin jeden Tag in unseren Ritualgebeten (Salah-Namaz) bei der Rezitation des Kapitels al-Fatiha: „Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe.”3 In dieser Hinsicht sollte ein Muslim keinen Vermittler oder Helfer zwischen sich und Allah akzeptieren.

Verehrte Muslime!
Ich möchte meine Predigt mit folgendem Hadith beenden: „Wer etwas hinzuerfindet, das nicht in unserer Religion vorhanden ist, so wird dies zurückgewiesen; wer eine Tat verrichtet, das unserer Religion nicht entspricht, so wird dies nicht angenommen.“4

1. Enam Suresi, 6/153.
2. Müslim, Cum’a, 43.
3. Fatiha Suresi, 1/5.
4. Tergip Terhip 1. Cilt Sayfa 105

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de
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