Freitags-Predigt vom 23.01.2015

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Thema: Lieben für Allah

Meine verehrten Geschwister!
Eines der hohen Werte, die uns durch Geburt verliehen ist, ist die Liebe. Das menschliche Leben ist nicht erhaben über der Liebe. Das Wichtige ist es, denjenigen, den man gern hat, um Allahs Willen zu lieben und somit ein hohes Ziel zu bezwecken.

Indem unser Prophet sagte: „Solange ihr nicht glaubt, werdet ihr nicht in das Paradies eintreten können und solange ihr einander nicht lieb habt, werdet ihr nicht geglaubt haben“2, betonte er die Notwendigkeit, dass sich die Gläubigen gegenseitig lieb haben sollten, damit sie einen vollkommenen Glauben haben können.

Es ist festzustellen, dass für Menschen und menschliche Werte potentiell schädliche Dinge im Koran und in der Sunna des Propheten untersagt sind. In einer seiner Hadithe des Gesandten Allahs, dessen Herz voller Liebe war, stellte er die Beziehung zwischen den Menschen auf die Grundlage der Liebe und des Respektes: „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Hand (Taten) und Zunge (Worte) die Menschen sicher sind.“3 Und in einer weiteren Überlieferung heißt es: „Derjenige ist nicht einer von uns, der den Jüngeren keine Barmherzigkeit und Liebe erweist und den Älteren keinen Respekt zollt.“4

Verehrte Muslime!
Die Menschen zu lieben, ihnen zu helfen; jeden Menschen -egal welche Religion, Nation, Tradition, Amt und Stellung sie haben- zu respektieren, weil sie alle Diener Allahs sind, sind schöne Einstellungen, die uns daran erinnern, dass wir Menschen sind. Gesellschaften können nur durch Praxis dieser Feinheiten zu Gemeinschaften werden. Wenn sich Menschen in einer Gesellschaft für die Sorgen anderer Menschen nicht interessieren, sich von ihren Nöten, Problemen und Schmerzen nicht gestört fühlen, so hat diese Gesellschaft ihre Empfindungen der Treue und der Geschwisterlichkeit sowie ihre Eigenschaft, eine Gemeinschaft zu sein, verloren.

Verehrte Muslime!
Lassen Sie uns nicht vergessen, dass die größte Macht, die das Glück, den Frieden und das Vertrauen der Menschheit gewährleistet, in der Liebe verborgen ist. Wenn die Menschheit Frieden, Ruhe und Glück wünscht, so muss Liebe in die Herzen der Menschen gesät werden. Es darf nicht vergessen werden, dass der Rückgang der für die Menschen erforderlichen Freundschaften sowie der Anstieg von Hass, Wut, Gewalt und Feindschaften vielmals auf das Fehlen von Liebe zurückzuführen ist. Würde jedoch Liebe walten, würden die Aggressionen festgebannt und feindselige Gefühle wären beendet.

Meine verehrten Geschwister!
Ohne Zweifel kommt Ruhe und Glück nur in Gesellschaften zustande, die aus Menschen bestehen, die sich allein um des Wohlgefallens Allahs gegenseitig lieb haben.

In einem durch den Propheten verlautbarten Hadith verdeutlicht unser Schöpfer Allah, dass diejenigen, die sich gegenseitig nur um Allahs Willen lieb haben, auch selbst von Allah geliebt werden: „Meine Liebe verdienen Diejenigen, die sich nur Meinetwegen lieben, die Meinem Wohlgefallen zuliebe zusammenkommen, die einander Meinem Wohlgefallen zuliebe besuchen und die nur Meinetwillen spenden (Sadaqa) und Gutes tun.“5

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Für diejenigen, die sich Meines Wohlgefallens zuliebe einander lieb haben, gibt es im Paradies Kanzeln aus Licht, die sogar Propheten und Märtyrer  begehren werden.“6 Bei der Aufzählung der sieben Gattungen von Menschen, die am „Jüngsten Tag unter dem Schatten des Thrones Allahs ruhen werden“, erwähnt der Prophet diejenigen an erster Stelle, die sich um Allahs Wohlgefallen Willen einander lieben.

Meine Geschwister!
Ich beende meine Predigt mit den folgenden Worten von Rumi (Mevlana), die die Paläste der Herzen mit Liebe erfüllen: „Liebe verwandelt Bitteres zur Süßigkeit, Erde zu Gold, Krankheit zur Heilung, Gefängnis zum Palast, Plage zur Gabe und Kummer zur Barmherzigkeit.“ 

Selig sind diejenigen, die das Geliebte Allahs Willen lieben und selbst von Allah geliebt werden.

Mustafa Keskin, Religionsbeauftragter
DITIB Mimar Sinan Moschee, Waltrop

1. Koran, al-Hudschurat 49,10
2. Muslim, Iman, 93-94; Tirmidhi, At’ima, 45, Kiyamah, 56
3. Tirmidhi, Iman, 12; Nesai, Iman, 8
4. Abu  Davud, Adab, 58
5. Muvatta, Scha’r, 16
6. Muvatta, Scha’r, 16

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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