Freitags-Predigt vom 13.09.2013

Bild: ctkirklees@stock.xchng

Thema: Die Bedeutung des Freitagsgebets

Bismillāhirrahmānirrahīm [Im Namen Allahs, des Erbarmers des Barmherzigen]
“O ihr, die ihr glaubt! Wenn am Freitag zum Gebet gerufen wird, lauft zum Gedenken Allahs und lasst ab von Kauf und Verkauf. Dies ist besser für euch, wenn ihr nur wüsstet.”
[Sure “Dschumua”, Vers 9]

Verehrte Gläubige,

der Freitag ist für Muslime der Tag, an dem sie wöchentlich zum gemeinsamen Gottesdienst zusammen kommen. Das gemeinschaftliche Gebet in der Gemeinde ist für Muslime, die die Bedingungen hierfür erfüllen, an diesem Tag eine Pflicht.

Das Freitagsgebet ist das einzige Ritualgebet, das im Koran namentlich genannt wird: “O ihr, die ihr glaubt! Wenn am Freitag zum Gebet gerufen wird, lauft zum Gedenken Allahs und lasst ab von Kauf und Verkauf. Dies ist besser für euch, wenn ihr nur wüsstet.” [1]

Mit diesem Koranvers wird uns die Zeit für das Freitagsgebet mitgeteilt. Es wird uns hier drin mitgeteilt, dass wir in dieser Zeit abzulassen haben von weltlichen Handlungen, die uns vom Gedenken Allahs abbringen. So lassen denn auch die Gläubigen, die den Ruf zum Freitagsgebet hören, all ihre weltlichen Geschäfte stehen und liegen und eilen zum Freitagsgebet. Hier lauschen sie den Ermahnungen, die ihnen eine Leitung sein werden in ihrem Leben. Gemeinsam bitten sie Allah um Vergebung und Seine Barmherzigkeit. Dem Freitagsgebet unentschuldigt fern zu bleiben erachten sie als großen Verlust in ihrem religiösen Leben. Daher setzen sie alles daran, am Freitagsgebet teilzunehmen und dadurch der Gnade und der Barmherzigkeit ihres Herrn habhaft zu werden.

Der Freitag ist den Muslimen somit ein besonderer Tag, fast schon ein Festtag. Schon am Tag davor bzw. in der Nacht auf den Freitag bereiten sie sich auf diesen vor. Dazu gehört, dass man nun auf die körperliche und geistige Reinigung besonders Acht geben und die rituelle Ganzkörperwaschung vornehmen sollte. Nach der Lehrmeinung der meisten Gelehrten ist die Vornahme der Ganzkörperwaschung Sunna, während sie für manche von ihnen sogar Pflicht ist. In diesem Rahmen sollte man sich auch die Fingernägel schneiden, die Zähne putzen und auch saubere frische Kleidung anlegen. Man sollte, wenn man zum Freitagsgebet geht, auch insbesondere darauf achten, keine üblen Gerüche zu verbreiten und damit die Gläubigen zu stören. Vielmehr sollte man sogar, der Sunna folgend, eigens wohlriechende Düfte auflegen.

Verehrte Gläubige,

das Freitagsgebet hat als Gottesdienst auch eine soziale und moralische Komponente. So ist die gemeinschaftliche Verrichtung des Freitagsgebets auch ein Ausdruck für Einheit und Zusammenhalt bzw. für Solidarität unter den Muslimen, sei diese materiell oder immateriell. Denn es bringt alle Gesellschaftsschichten zusammen. Sie alle stellen sich in einer Reihe und Schulter an Schulter gemeinsam zum Gebet auf. Somit drückt das Freitagsgebet auch aus, dass jeder gleich ist vor dem Schöpfer.

Das Freitagsgebet hat auch eine erzieherische Aufgabe in der Gesellschaft. Wer an diesem Tag den Predigten (va‘z) und den Ansprachen (hutbe) folgt, erfährt, dass er das Gute verbreiten und das Schlechte meiden bzw. verhindern muss. Er erfährt etwas über Menschenrechte, den Umweltschutz, über Einheit und Zusammenhalt in der Gesellschaft, den Respekt vor den Eltern, die Beziehungen zu den Verwandten und den Nachbarn sowie über gutes Verhalten insgesamt. Darüber hinaus ist das Freitagsgebet auch ein Weg, zur Moschee und zu den weiteren Gebeten zu finden. Ein besonders wichtiger Moment ist das Freitagsgebet für unsere Kinder. Schließlich müssen sie noch in die Religion und ihre moralischen Werte unterwiesen werden.

Verehrte Brüder und Schwestern,

die Ansprache zum Freitagsgebet ist eine wichtige Gelegenheit, die Gläubigen einmal in der Woche in religiösen Themen zu unterweisen und ihnen auch zu anderen Themen des Lebens eine Hilfestellung und Wegweisung zu geben. Sie trägt damit maßgeblich zur religiösen Erziehung und Unterweisung der Muslime bei.

Meine heutige Ansprache beende ich an dieser Stelle mit einem Hadis unseres Propheten (saw): “Solange keine großen Sünden begangen werden, gleichen die täglichen fünf Ritualgebete, zwei Freitagsgebete und zwei Ramadan-Monate die Sünden, die dazwischen begangen werden, wieder aus.“ [2]

[1] Dschumua, 62/9. [2] Muslim, Tahara, 16 (1.209).
Predigtkommission DITIB Köln

Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.,  www.ditib.de

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